Die Fähre setzt mit einigen Autos über. © Christian Wolf Foto: Christian Wolf

NOK-Fähranleger stark beschädigt: Nutzung wird eingeschränkt

Stand: 27.11.2020 17:07 Uhr

Mehrere Fähranleger am Nord-Ostsee-Kanal zwischen Brunsbüttel und Breiholz sind stark beschädigt. Landwirte und Spediteure müssen sich auf einen Zeit- und Geldverlust einstellen.

Am Nord-Ostsee-Kanal gibt es bereits an mehreren Stellen Probleme: Der Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) verzögert sich, ebenso die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels. Und bei Havarien in den Schleusen dauert die Reparatur oft lange, weil es kaum Ersatzteile gibt. Jetzt kommt ein weiteres Problem hinzu: Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) haben mehrere Fähranleger zwischen Brunsbüttel und Breiholz starke bauliche Schäden.

Voll beladene 40-Tonner sind tabu

Nach ersten Messungen können die Fähranleger nicht mehr so viel Gewicht tragen wie bisher. Daher hat das WSA entschieden, dass künftig nur noch Fahrzeuge mit maximal 30 Tonnen Last darüber fahren dürfen - sogenannte 40-Tonner, die voll beladen sind, dürften die Fähren zum Beispiel nicht mehr nutzen.

Dass die Fähranleger zum Teil saniert werden müssen, ist schon länger bekannt. Bei genaueren Untersuchungen hat sich nun aber herausgestellt, dass einige Teile an den Spundwänden so stark verrostet sind, dass die Statik der Anleger ernsthaft in Gefahr ist.

Was ist mit den Anlegern bis Kiel?

Für Landwirte und Spediteure bedeutet das einen Zeit- und Geldverlust. Sie könnten ihre Fahrzeuge mit weniger Fracht beladen, müssten dann aber häufiger fahren. Oder sie nutzen den Umweg über die Bundesstraße und zahlen Maut.

Hinzu kommt: Niemand weiß, was mit den Fähranlegern zwischen Breiholz und Kiel ist. Diese werden jetzt erst inspiziert. Dort befürchtet das WSA ähnliche Probleme. Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) fordert deshalb vom Bund einen konkreten Zeitplan für die Sanierung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.11.2020 | 17:00 Uhr

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