Stand: 16.12.2018 14:14 Uhr

Mieten statt kaufen: Weihnachtsbäume aus Rellingen

von Sabine Alsleben

Fünf Nordmanntannen im Topf, ca 1,60 Meter hoch und gut eingeschnürt, stehen bereit für den Transport. Fast jeden Tag gehen momentan Weihnachtsbäume auf die Reise ins Rellinger Umland. Das Besondere: Die Bäume sind gemietet und werden spätestens Anfang Januar in Niels Reinkes Betrieb nach Rellingen zurückkehren. Reinke, Geschäftsführer der Reinke Baumschulen, kam vor Jahren die Idee mit der Weihnachtsbaumvermietung.

Wenn der Weihnachtsbaum gemietet ist

Pflanzen-Vermietung läuft schon länger gut

Seine Frau Sandy Reinke erinnert sich: "Generelle Pflanzenvermietung, also Blumen und Sträucher für Hochzeiten, gibt es bei uns schon seit etwa acht Jahren. Dann hatte mein Mann die Idee, auch Weihnachtsbäume zu vermieten." Ein Einfall, der offenbar ankommt. In diesem Jahr wurden schon doppelt so viele Tannenbäume vermietet, wie im vergangenen Jahr, nämlich zwischen 40 und 50. Sandy und Niels Reinke gehen davon aus, dass in der kommenden Woche noch viele Aufträge dazukommen.

Viele nutzen den Lieferservice

Am beliebtesten ist die Nordmanntanne. Es ist möglich, die Bäume selbst abzuholen. Bei einer Größe von bis zu 2,10 Metern ist der Baum samt Topf aber so schwer, dass die meisten Kunden den Lieferservice nutzen. Eine kleine Blaufichte kostet für 30 Tage Mietdauer ab 16 Euro, eine große Nordmanntanne schlägt mit bis zu 125 Euro zu Buche. Die Bäume stammen alle aus der Region. Sie werden in einer benachbarten Baumschule ausgesät und kommen als ein- bis zweijährige Minipflanzen in das Gewächshaus der Reinke Baumschulen. Später werden sie nach draußen in den Topf gepflanzt. Eine 50 Zentimeter große Nordmanntanne ist etwa fünf bis sechs Jahre alt. Als Faustregel steht jeder Zweigring an der Nordmanntanne für ein Lebensjahr.

Mehr Geld für Nachhaltigkeit

Die Bäume werden im Betrieb geschnitten, gedüngt und gewässert. Für die Pflege zuständig ist Mitarbeiterin Anja Lüttschwager. "Klar, die Bäume wachsen einem richtig ans Herz", sagt sie. Lüttschwager berät die Kunden, die in der "Grünen Galerie", so heißt der Laden und die Onlineplattform der Reinkes, einen Weihnachtsbaum mieten wollen. "Das sind ganz unterschiedliche Menschen. Für die meisten ist die Nachhaltigkeit einfach enorm wichtig", sagt Lüttschwager. Eine Erfahrung, die auch Sandy Reinke gemacht hat. Insbesondere in der Adventszeit würden viele Menschen über gewissen Dinge noch einmal nachdenken. "Dazu gehört auch, dass ein Baum, der so lange gewachsen ist, nicht einfach entsorgt wird."

Regelmäßig gießen

Wenn ein Baum vermietet wird, bekommen die Kunden ein paar Pflegetipps an die Hand. So muss er regelmäßig gegossen werden, darf nicht beschnitten werden und muss nach Weihnachten komplett abgeschmückt werden. Den Temperaturwechsel zwischen draußen und dem warmen Wohnzimmer halten die meisten Mietbäume gut aus, weil sie mit einem extra großen Wurzelballen geliefert werden, der nicht beschnitten wurde, wie es oft in Bäumen im Baumarkt der Fall ist.

Ein schönes Gefühl

Es gab schon Anfragen von Kunden aus dem vergangenen Jahr, ob sie den gleichen Baum auch in diesem Jahr wieder bekommen könnten. Kein Problem, sagt Sandy Reinke, wenn er denn immer noch ins Wohnzimmer passt. Eine Nordmanntanne wächst im Jahr nämlich bis zu 40 Zentimeter. Das Schöne an dem Job? "Man macht die Leute glücklich", sagt Sandy Reinke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 13.12.2018 | 10:46 Uhr

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