Stand: 19.07.2018 16:23 Uhr

Merkel-Besuch: Kuchen und Diskussion um Milchpreis

Etwa anderthalb Stunden ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag bei Milchbäuerin Ursula Trede aus Nienborstel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu Besuch gewesen. Sie schaute sich den Milchviehbetrieb mit 140 Kühen der Landwirtin an und redete mit ihr über den Milchpreis und die Dauertrockenheit. Kaffee und Apfel-Streuselkuchen gab es auch - und ein Geburtstagsständchen für die Kanzlerin von den Nienborstelern - die Kanzlerin hatte vor zwei Tagen ihren 64. Geburtstag gefeiert.

Gute Bedingungen für mittlere Betriebe schaffen

"Wir wollen nicht nur in den Städten ein prosperierendes Leben, sondern auch auf dem Lande", sagte die Kanzlerin während ihres Besuchs. Sie wolle daher mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über die Probleme sprechen und Bedingungen schaffen, mit denen mittlere Milchviehbetriebe gut existieren können. "Dieser Berufsstand muss investieren. Diese Investitionen verlangen eine gewisse Sicherheit für die Zukunft", betonte Merkel.

Erste Begegnung in der ARD-Wahlarena

Zu dem Besuch kam es, weil Trede vergangenen September als Zuschauerin in der ARD-Wahlarena zu Gast gewesen war. Trede hatte der Kanzlerin damals die Frage gestellt: "Warum lassen Sie unsere Betriebe sterben?" Landwirtin und Kanzlerin diskutierten anschließend über den - nach Meinung von Trede - niedrigen Milchpreis. Anschließend lud die Landwirtin Merkel auf ihren Hof ein.

Merkel streichelt Kühe in Nienborstel

Merkel löst Versprechen kurz nach der Wahl ein

"Wir möchten ihr gerne von der Basis aus darstellen, wo unsere Probleme liegen", hatte Trede im Vorfeld erklärt. Der Besuch des Traditionsbetriebs solle Merkel "andere Blickwinkel" liefern, als die, die Merkel von manchem Verbandsvertreter erhalte. Dass Merkel bereits wenige Monate nach ihrer Wahl in den Norden kommt, hatte die Milchbäuerin "sehr positiv überrascht".

Milchpreis ist seit der Wahlarena gesunken

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140 Milchkühe gibt es auf dem Traditionsbetrieb von Familie Trede.

Die Situation sei angesichts eines Milchpreises von 32 Cent pro Kilogramm ernst, sagt Trede. "Wenn wir noch lange abwarten, haben wir keine Betriebe mehr oder eben nur noch solche Massenfabriken, die keiner möchte." Tradtionsbetriebe gingen unter. Ihr eigener Hof ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Der 25 Jahre alte Sohn will den Betrieb später einmal übernehmen. "Eigentlich müssten wir ihm sagen: Mach alles, nur das nicht", sagt Trede.

Als Trede und Merkel im Rahmen der Wahlarena miteinander diskutiert hatten, lag der Milchpreis bei knapp 40 Cent pro Kilogramm. Im November erreichte der Preis noch einmal den Wert von 40,5 Cent. Anschließend ging es bergab bis auf aktuell 32 Cent.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.07.2018 | 19:30 Uhr

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