Stand: 08.06.2018 10:35 Uhr

Mehr Polizisten bei der Kieler Woche 2018

von André Klohn

Mit 400 Riesen-Sandsäcken, Beton-Absperrungen und einem Dutzend Polizeiposten will die Polizei die Besucher der Kieler Woche (16. bis 24. Juni) vor möglichen Anschlägen schützen. "Wir haben eine so hohe Präsenz, dass wir glauben, jederzeit intervenieren zu können, wenn irgendwo etwas passiert", sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld des Sommerfests. Im Vergleich zum vergangenen Jahr werde die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte noch einmal "minimal erhöhen". Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen.

Gemeinsam mit der Stadt Kiel hat die Polizei ihr bereits im vergangenen Jahr erprobtes Sicherheitskonzept noch einmal angepasst. Vor allem Besuchern von außerhalb werden die festen Kontrollpunkte in der Innenstadt auffallen, die den Verkehr rund um die Veranstaltungsflächen auf dem laut Veranstalter größten Sommerfest Nordeuropas verlangsamen sollen. Wer mit dem Auto anreist, braucht auf dem Weg in die Innenstadt deshalb Geduld. Besucher und Anwohner müssen im Innenstadtbereich mit Einschränkungen rechnen.

Lkw kommen nicht überall durch

Es gebe Bereiche mit Durchfahrverboten für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und Stellen mit kompletten Fahrverboten, sagte Bauchrowitz. Die Rückmeldungen zu den Polizeiposten im vergangenen Jahr seien sehr positiv gewesen: "Die Menschen standen damals ja noch unter dem etwas zeitnäheren Eindruck des Anschlags vom Berliner Breitscheidplatz, und die haben genau das auch erwartet: Dass Polizei sichtbar sein wird, auch wenn es bei einem Volksfest immer etwas martialisch aussieht."

Fünf mobile Wachen

Bauchrowitz spricht von einer weiter abstrakt hohen Gefährdungslage. Die Gefahr eines Terroranschlags sei gleichwohl ungebrochen hoch. "Konkrete Anhaltspunkte für einen Anschlag gibt es aber nicht." Das im vergangenen Jahr umfangreich angepasste Sicherheitskonzept habe sich bewährt. Es habe sich in anderen Kriminalitätsbereichen ausgewirkt: Sogenannte Rohheitsdelikte und allgemeine Straftaten seien deutlich zurückgegangen. Sichtbare Präsenz will die Polizei erneut mit fünf mobilen Wachen zeigen.

Kämpfer freut sich auf friedliches Sommerfest

Ab dem 16. Juni erwartet Kiel wieder rund drei Millionen Gäste. In der Innenstadt und am Wasser sind dann zahlreiche Bühnen aufgebaut. Die meisten Konzerte sind umsonst. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) freut sich auf das Sommerfest. Er hofft auf ein erneut friedliches, weltoffenes Fest: "Die Kieler Woche macht nur Sinn als ein fröhliches, entspanntes Sommerfest." Die Menschen sollten besonnen mit der Sicherheitslage in Zeiten des internationalen Terrorismus umgehen. "Denn Angst und Furcht und Chaos sind genau das, was die Terroristen erreichen wollen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.06.2018 | 08:00 Uhr

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