Stand: 08.10.2018 05:00 Uhr

Meer soll Sand für neuen Deich nach Föhr tragen

von Nils Hansen

Bild vergrößern
Der Sand soll auch über Rohre zur Deichbaustelle gebracht werden. (Archivbild)

Die Westküste Föhrs braucht einen neuen Klimadeich, der soll höher werden als der alte und die Insel bei Flut besser schützen. Die rund 800.000 Tonnen Sand, aus denen der neue Deich bestehen wird, sollen aber nicht die komplette Strecke mit Schiffen transportiert werden. Stattdessen soll das Meer den Sand nach Föhr bringen, erklärt die Direktorin des Landesamtes für Küstenschutz (LKN), Birgit Matelski.

Sand wird vor Sylt entnommen

Früher hätte man den Sand einfach aus dem Wattenmeer nahe der Baustelle gehoben. Das ist aber heute nicht mehr erlaubt, denn das Wattenmeer ist mittlerweile geschützt. Stattdessen soll der Sand mit einem Saugbagger aus der Nordsee entnommen werden. Acht Kilometer vor Westerland auf Sylt liegt die ideale Stelle dafür. Von dort stammt auch der Sand, der für die Sylter Sandvorspülungen genutzt wird.

Allerdings: Würden die Schiffe den Sand von dieser Stelle aus direkt nach Föhr transportieren, müssten sie insgesamt 30.000 Kilometer zurücklegen, bis das gesamte Baumaterial da ist. Der Grund: Die Schiffe können Föhr nicht direkt ansteuern und müssen einen Umweg um Amrum herum machen. Daher kommen pro Tour 80 Kilometer zusammen.

Meeresströmung hilft dem LKN

Stattdessen sollen die Schiffe den Sand lediglich ein paar Kilometer weiter bis an eine Stelle vor Hörnum auf Sylt bringen. Und jetzt soll das Meer dem LKN helfen, denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei Hörnum eine starke Meeresströmung herrscht. Nachdem der Sand dort ins Wasser gepumpt wird, soll die Strömung ihn viele Kilometer durch die Nordsee in Richtung Süden tragen - direkt an einen Schütthang zwischen Amrum und Sylt. Von dort aus ist es dann nicht mehr weit bis zur Baustelle. Dann soll der Sand über Rohre bis zur Deichbaustelle in Utersum gepumpt werden. "Durch diese Art des Transports sparen wir eine Menge Geld", sagt Matelski.

In drei Jahren sollen die vorbereitenden Maßnahmen für das Großprojekt beginnen. Von 2026 an soll der neue Klimadeich die Föhrer Westküste dann voraussichtlich schützen.

Weitere Informationen

Nordseeinsel Föhr: Grün und vielseitig

Strand- und Kulturliebhaber kommen auf der Nordseeinsel gleichermaßen auf ihre Kosten. Föhr bietet neben Meer, Sand und grünen Deichen auch Museen und Musik-Festivals. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.10.2018 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

02:33
Schleswig-Holstein Magazin
02:52
Schleswig-Holstein Magazin
01:46
Schleswig-Holstein Magazin