Stand: 08.03.2019 13:55 Uhr

Lübecker Bus-Attentäter muss in die Psychiatrie

Der Mann, der im Juli 2018 in einem Bus in Lübeck ein Feuer gelegt und mit einem Messer um sich gestochen hatte, muss auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das hat das Lübecker Landgericht im Sicherungsverfahren entschieden. Bei dem Vorfall wurden zwölf Menschen zum Teil schwer verletzt. Eine Gutachterin hatte vor Gericht bestätigt, dass der Beschuldigte psychisch krank ist und auch heute noch, rund sieben Monate nach der Tat, unter einer paranoiden Schizophrenie leidet. Laut Gutachten fühlte sich der 34-Jährige verfolgt und glaubte, dass sich Menschen aus Lübeck, Hamburg und Bad Oldesloe gegen ihn verschworen hätten und mit Laserstrahlen traktieren würden.

"Gefahr für die Allgemeinheit"

Der Beschuldigte ist wegen seiner Erkrankung nicht schuldfähig und kann somit nicht juristisch bestraft werden und ins Gefängnis kommen. Der Richter betonte aber in der Begründung der Entscheidung, der Beschuldigte sei dennoch eine Gefahr für die Allgemeinheit. Schließlich könne er so eine Tat immer wieder machen. Der Beschuldigte selbst hat das Urteil teilnahmslos hingenommen.

Staatsanwältin: Der Mann wollte alle Businsassen töten

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Nebenkläger und Verteidigung hatten in dem Verfahren die Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie gefordert. Der Beschuldigte habe bei seiner Tat das Ziel verfolgt, alle Businsassen zu töten, sagte Staatsanwältin Ann-Sophie Portius. Der Angeklagte gestand die Tat.

Die Anwälte der Nebenkläger hatten in ihren Plädoyers erklärt, dass ein Großteil der Opfer auch heute noch psychisch und körperlich unter den Folgen des Attentats leiden würden. Zum Abschluss der Verhandlung bat der mutmaßliche Täter um Entschuldigung.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.02.2019 | 14:00 Uhr

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