Stand: 15.11.2019 12:51 Uhr

Landtag will Wasserstoff-Technik fördern und aufbauen

Wasserstoff spielt im Mix der erneuerbaren Energien bisher nur eine Nebenrolle. Das soll sich in Zukunft ändern - vor allem in Schleswig-Holstein. Der Landtag in Kiel hat sich am Freitag mit großer Mehrheit für den Aufbau einer Wasserstoffindustrie auf Basis der erneuerbaren Energien ausgesprochen. Der CDU-Abgeordnete Andreas Hein sagte, Wasserstoff sei der Energieträger der Zukunft, da er mit Strom aus erneuerbaren Energien klimaneutral hergestellt werden könne.

Thomas Hölck von der SPD sieht einen großen Vorteil des Wasserstoffs darin, "dass er im Gegensatz zum Strom einfacher gespeichert und produziert werden kann und dadurch ergeben sich für die Mobilität und die Industrie interessante Perspektiven", sagte er und fügte an: "Bei der Größe der Aufgabe, die bei der Wasserstofftechnologie vor uns liege, sei ein eigenes Kompetenzzentrum für Wasserstroff ein sinnvoller und wichtiger Ansatz."

Wasserstoff-Tankstelle

Grünes Licht für grünen Wasserstoff

Schleswig-Holstein Magazin -

Wasserstoff soll im Mix der erneuerbaren Energien bald eine größere Rolle spielen. Der Landtag hat sich für den Aufbau einer Wasserstoffindustrie auf Basis der Windenergie ausgesprochen.

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AfD-Änderungsantrag wurde verworfen

Einem Antrag der regierungstragenden Fraktionen von CDU, Grünen und FDP, dass die Landesregierung einen Maßnahmenkatalog für eine entsprechende Strategie entwickeln soll, stimmten auch die Oppositionsfraktionen von SPD und SSW zu. Die AfD-Fraktion lehnte den Antrag ab, ein AfD-Änderungsantrag wurde von allen anderen Fraktionen verworfen. Der AfD-Abgeordnete Volker Schnurrbusch wies darauf hin, dass Wasserstoff immer ein Nischenprodukt bleiben werde, da er nicht zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden könne. Er bezeichnete ihn dennoch als Antriebsart der Zukunft.

Auf einer Tankklappe eines PKW steht "H2". © dpa-Bildfunk Foto: Ole Spata

Landtag will Wasserstoffindustrie aufbauen

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

In Schleswig-Holstein soll eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft etabliert werden. Der Landtag ist sich überwiegend einig, dass Wasserstoff der Energieträger der Zukunft ist.

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Buchholz: "Kann ein Exportschlager in die ganze Welt sein"

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte, das Land sei beim Thema Wasserstoff auf einem guten Weg und habe beste Voraussetzungen. Es sei ein wunderbares Projekt in der Zusammenführung ökonomischer und ökologischer Ziele. Für den FDP-Politiker ist es "eine industriepolitisch herausragende Chance für dieses Land, dann, wenn wir es schaffen, Wasserstoff nicht nur als tolles Mittel zu sehen, sondern eben auch wirtschaftlich Wasserstoff zu produzieren. Das kann ein Exportschlager in die ganze Welt sein."

Der Wirtschaftsminister forderte von der Bundesregierung die Abschaffung der EEG-Umlage für Ökostrom, der zur Wasserstoffproduktion genutzt werde. "Das muss weg", aber das Klimapaket des Bundes sehe das nicht vor, kritisierte Buchholz. Außerdem sei eine CO2-Bepreisung mit echter Lenkungswirkung notwendig - die geplanten zehn Euro je Tonne CO2 machten keinen Sinn.

Als Energiespeicher von großer Bedeutung

Wasserstoff gewinnt als Energiespeichertechnologie immer größere Bedeutung und ist für den Norden mit seinem im Überfluss vorhandenen Wind besonders interessant. Für die Herstellung von grünem Wasserstoff wird Wasser mithilfe von Ökostrom per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der so gewonnene Wasserstoff lässt sich als sauberer Energieträger im Strom- und Wärmebereich nutzen, aber auch für Flugzeuge und Autos als umweltfreundlicher Antriebsstoff dienen.

Nordländer von Technologie überzeugt

Die norddeutschen Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen und Bremen wollen bis zum Jahr 2035 eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft aufbauen. In der vergangenen Woche hatten sie ein gemeinsames Strategiepapier vorgelegt. Gemeinsames Ziel der Länder ist, bis 2025 mindestens 500 Megawatt und bis zum Jahr 2030 mindestens fünf Gigawatt Elektrolyse-Leistung in Norddeutschland zu realisieren. Die Nordländer planen auch den Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes mit rund 250 Stationen. Aktuell sind es 78. Eine Konkurrenz zur E-Mobilität sieht Buchholz nicht: "Wir wollen einfach alle Chancen nutzen, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren", hatte er nach dem Treffen gesagt.

Hintergrund

"Grüner" Energiespeicher Wasserstoff

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Um umweltfreundlichen Wasserstoff zu erzeugen, werden regenerative Energien wie Solar­ oder Windenergie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

Regenerativ erzeugter "grüner" Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Er kann nach Darstellung von Experten auch zeitliche und räumliche Schwankungen der Stromgewinnung aus Solar- oder Windenergie ausgleichen.

Ein Großteil des in Deutschland produzierten Wasserstoffs ist allerdings "grauer Wasserstoff": Er entsteht als Nebenprodukt in der Chemieindustrie oder wird aus fossilen Energieträgern erzeugt. Bei dem Verfahren wird das Treibhausgas Kohlendioxid ausgestoßen. (Quelle: dpa)

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.11.2019 | 12:00 Uhr

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