Stand: 23.01.2020 12:17 Uhr

Landtag: Opposition fordert schnelle Hilfe für Tierheime

Zwei Hunde stehen in einem Zwinger im Tierheim Lübeck. © dpa-Bildfunk Foto: Markus Scholz
Fördergelder für Tierheime werden kaum abgerufen - wegen der bürokratischen Hürden.

Die Tierheime im Land brauchen Geld. Doch die Fördergelder des Landes sind im vergangenen Jahr von den Heimen kaum abgerufen worden. Ein Grund, den Tierheime anführen: Die Anträge seien zu kompliziert. Von 450.000 Euro Fördergeldern, die das Land für Sanierungs- und Baumaßnahmen in Tierheimen zur Verfügung stellt, wurden nur 7.300 Euro ausgezahlt. Die SPD-Opposition im schleswig-holsteinischen Landtag will nun Finanzhilfen für Tierheime entbürokratisieren.

Es dürfe nicht sein, dass nur ein Bruchteil der Mittel in Anspruch genommen werde, weil die Anträge zu kompliziert seien, sagte der SPD-Abgeordnete Stefan Weber zu einem entsprechenden Antrag seiner Fraktion. Weber ergänzte, dass gemeinsam mit den Kommunen ein Weg gefunden werden sollte, um eine dauerhafte Finanzierung der Unterbringung von Tieren in den Tierheimen über die 28-Tage-Frist hinaus zu gewährleisten.

Abgeordnete: Tierheime leisten eine unverzichtbare Arbeit

Die Bürokratie aber schaffe Frust in den Tierheimen, monierte Lars Harms vom SSW. Er fordert, die Vergabe von Zuwendungen zu vereinfachen. Er sagte, dass die Tierheime im Land "einen Sanierungsstau von schätzungsweise zwei Millionen Euro vor sich herschieben". Die Richtlinie sei bereits extrem entbürokratisiert und auch die Auslegung durch das Ministerium erfolge in höchstem Maße pragmatisch, sagte Joschka Knuth von den Grünen. Von der FDP hieß es, man wolle den Tierheimen effizient helfen und setze sich für den Abbau von bürokratischen Hürden ein.

Der umweltpolitische Sprecher der CDU, Heiner Rickers hob die überragende Bedeutung der Tierheime für den Tierschutz hervor: Um so beklagenswerter sei es, dass zur Verfügung stehende Gelder nicht abgerufen wurden.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) verwies auf die Rechtslage und sagte, wenn die Abgeordneten Vereinfachungen wollten, müssten sie Vergaberecht, Ausschreibungs- und Bewilligungsrecht ändern. Einig sind sich die Abgeordneten im Landtag darüber, dass die Tierheime im Land eine unverzichtbare Arbeit leisten.

Weitere Informationen
Abgeordnete heben die Hand bei einer Abstimmung während der Landtagssitzung. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Landtag und Klimaschutz: Differenzen häufen sich

Ein Thema, bei dem sich die Jamaika-Koalition nicht immer einig ist: Der Klimaschutz hat für rege Diskussionen im Landtag in Kiel gesorgt - vor allem im Zusammenhang mit dem Tempolimit. mehr

Ein Dalmatiner steht hinter grünen Gitterstäben in einem Tierheim. © picture alliance Foto: Henning Kaiser

Anträge für Tierheimgelder zu kompliziert?

Eine Viertelmillion Euro hat das Land im Haushaltsjahr 2019 für Tierheime bereitgestellt. Doch nur ein Bruchteil wurde abgerufen. Das Prozedere ist offenbar zu kompliziert. mehr

Eine Katze sitzt im Tierheim in ihrem Käfig. © picture alliance / Henning Kaiser Foto: Henning Kaiser

Tierheime im Land holen sich ihr Geld nicht

Die Tierheime im Land brauchen Geld. Doch die Fördergelder des Landes wurden 2019 von den Heimen kaum abgerufen. Ein Grund, den Tierheime anführen: Die Anträge seien zu kompliziert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.01.2020 | 12:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther lächelt in die Kamera bei einem Interview im Studio des NDR. © NDR

Sperrstunde und weniger Kontakte - SH verschärft Corona-Regeln

Der Ministerpräsident sagte, dass für drei Wochen landesweit das Regelwerk für 50er-Inzidenzen gelten soll. mehr

Mehrere Exemplare des Schwarzbuch der Steuerzahler liegen auf einem Tisch. © picture alliance Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Schwarzbuch beklagt zwölf Fälle von Steuergeld-Verschwendung in SH

Der Bund der Steuerzahler prangert Fälle zum Beispiel in Lübeck, Ahrensburg und Seeth an. mehr

Passanten laufen durch eine Innenstadt. © dpa-Bildfunk Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Quelle unbekannt: Ämter auf der Suche nach Infektionsketten

Die steigenden Corona-Zahlen belasten die Gesundheitsämter. Infektionsquellen sind in SH häufig kaum noch auszumachen. mehr

Eine Person steckt einen Tupfer mit einem Rachenabstrich in ein Teströhrchen. © picture alliance Foto: Hendrik Schmidt

164 neue Corona-Infektionen in SH gemeldet

Seit Beginn der Pandemie sind in Schleswig-Holstein 6.941 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. mehr

Videos