Stand: 27.01.2020 05:00 Uhr

Kommt eine Rattenplage auf uns zu?

von Sven Brosda

Mittlerweile kann er auch wieder lachen: Helge Kohrt, Bürgermeister (SPD) in der kleinen Gemeinde Osdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde. In dem Ort sind Ratten gesichtet worden, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Schleswig-Holstein. In Osdorf haben die Nager sogar in mehreren Häusern Schäden angerichtet. Bei Stefan Daudert zum Beispiel. In seinem Haus haben die Ratten ein Abflussrohr durchgebissen. Das Ordnungsamt reagierte, in Osdorf müssen die Bürger noch einige Wochen Gift auslegen, um die Rattenpopulation einzudämmen. Das ist angeordnet worden.

Gelbe Säcke werden in Tonnen gesichert

Gift alleine reicht aber nicht aus. Bürgermeister Kohrt erzählt, dass sich die Bürger Gedanken gemacht hätten. Bei einem Streifzug durch seine Gemeinde habe er gesehen, dass zum Beispiel die gelben Säcke nicht mehr ungeschützt an die Straße gestellt würden. Anwohner hätten die Säcke in Tonnen verstaut, um es den Ratten schwerer zu machen, an den Abfall heranzukommen.

Viele kleine Maßnahmen können helfen

In die Rattenbekämpfungsaktion in Osdorf ist auch ein Schädlingsbekämpfer aus der Region eingebunden: die Firma von Sönke Greve aus Barkelsby. Firmenchef Greve sagt: Vogelfutter im heimischen Garten sei ein riesiges Problem. Wenn tagsüber Vögel im Vogelhaus Körner picken, kämen abends die Ratten, um sich zu bedienen. Außerdem sollten keine Essensreste über die Toilette entsorgt werden. Das locke die Tiere aus der Kanalisation an. Essensreste haben demnach auf dem Kompost nichts zu suchen, denn auch das sei ein gefundenes Fressen für die Nager. Wer Kaminholz auf seinem Grundstück lagert, sollte das Holz laut Schädlingsbekämpfer Greve möglichst weit vom Haus enfernt stapeln - Holz sei ein guter Rückzugsort für Ratten.

Milder Winter sorgt für viel mehr Ratten

Der Verband der Schädlingsbekämpfer rechnet dieses Jahr mit deutlich mehr Ratten in den Städten und Gemeinden. Der Vorsitzende, Hans-Ullrich Limberts, begründet das unter anderem mit dem milden Winter. Dadurch hätten viel mehr Insekten überlebt, die den Ratten auch als Nahrungsquelle dienten. Die Folge: Die Rattenpopulation steigt.

Unseriöse Schädlingsbekämpfer wollen Geld machen

In der Branche gäbe es auch - ähnlich wie bei Schlüsseldiensten - Unternehmen, die an das schnelle Geld kommen wollen - sagt der Verbandsvorsitzende. Wer Hilfe vom Profi braucht, sollte sich deshalb an ein Unternehmen aus der Region wenden. Laut Limberts sollte auch gleich nach einem Kostenvoranschlag und nach dem Stundenlohn gefragt werden. Zwischen 300 und 500 Euro kostet der Einsatz eines Schädlingsbekämpfers laut Verbandschef, um erste Maßnahmen gegen Ratten einzuleiten. Darin eingeschlossen sei ein Vor-Ort Termin, Rattengift und die Kontrolle, ob die Maßnahmen erfolgreich seien.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.01.2020 | 08:00 Uhr

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