Stand: 20.08.2020 16:05 Uhr

Kleiner Kiel-Kanal: 19-Millionen-Euro-Projekt eröffnet

Knapp drei Jahre Bauzeit, fast 19 Millionen Euro Kosten - beides mehr als geplant. Neptun höchstpersönlich - dargestellt von Norbert Aust vom Theater-Museum Kiel, ließ am Donnerstag gemeinsam mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) und Meislahn-Geschäftsführer Daniel Hacker die letzten Tropfen Wasser in den Kleinen Kiel-Kanal inmitten der Landeshauptstadt. Damit wurde offiziell die Eröffnung gefeiert - auch wenn noch letzte Handgriffe getan werden müssen. Die aus zwei Becken bestehende Wasserfläche verbindet zumindest optisch den Bootshafen und den Kleinen Kiel. Das Fleet ist 170 Meter lang und 9,5 Meter breit. Oberbürgermeister Kämpfer hofft, dass mit dem Kleinen Kiel-Kanal die Innenstadt neu belebt wird und zum Verweilen einlädt.

Kiels OB Kämpfer: "Da hängt viel Herzblut dran"

Für Kämpfer war es immer ein wichtiges Projekt und er sieht schon erste Erfolge: "Zumindest können wir sehen, dass schon in den letzten Wochen die Neugierde sehr groß war. Das Bauwerk wird angenommen, die Leute setzen sich hin." Doch auch Kämpfer gibt zu, es müsse noch mehr in der Innenstadt geschehen: "Hier wird Gastronomie entstehen, so dass insgesamt ein Schub für die ganze Innenstadt entsteht. Wir sind hier im Herzen der Stadt, da hängt viel Herzblut dran, und wir wollen ja, dass Menschen nach Kiel kommen und sagen: Da gehen wir hin. Und wenn man seine Stadt zeigt, dann soll man diese Gegend hier zeigen."

CDU kritisiert: Kanal zu schattig

Die Kieler Ratsfraktion der CDU erneuert dagegen ihre Kritik. Der Vorsitzende, Stefan Kruber, findet den Kanal nicht attraktiv genug, denn der Ort sei schattig und zugig. Dennoch, so Kruber, wünsche er dem Projekt viel Erfolg, denn die Innenstadt brauche den erhofften Schub dringend.

Kanal sollte ursprünglich Ende 2019 fertig werden

Ursprünglich war die Stadt Kiel von 11,5 Millionen Euro Kosten ausgegangen und hatte einen Puffer von einer weiteren Million Euro vorgesehen. Doch die Kalkulation musste immer wieder hochgeschraubt werden. Unter anderem war ein Teil der ausgebaggerten Erde belastet und musste als Sondermüll entsorgt werden. Auch der Bau der Freianlagen kostet mehr. Anfang 2018 hatten die Vorbereitungen für die Bauarbeiten begonnen, das südliche Becken sollte bis zu den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2019, der Kanal bis Ende 2019 ganz fertig sein. Doch daraus wurde nichts. Und am Ende machte die Corona-Pandemie der eigentlich groß angedachten Eröffnungsfeier einen Strich durch die Rechnung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.08.2020 | 16:30 Uhr

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