Stand: 19.07.2019 16:31 Uhr

Kieler Hochschule wird nicht Exzellenzuniversität

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Auch beim dritten Anlauf hat es wieder nicht für den Titel Exzellenzuniversität gereicht. In Kiel ist die Enttäuschung groß.

Die Bewerbung der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) um den Titel Exzellenzuniversität ist gescheitert. Nach dreijährigem Auswahlprozess wurden am Freitag in Bonn die Namen der ausgewählten elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland bekanntgegeben. Kiel war nicht dabei. Das teilte der Kieler Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp am Freitag vor der offiziellen Bekanntgabe mit.

Auch dritte Bewerbung scheitert

19 Universitäten und Hochschulverbünde waren zuletzt noch im Rennen. Kiel scheiterte somit mit seiner dritten Bewerbung seit 2005. Der Status als Exzellenzuniversität bedeutet, in die deutsche Spitzen-Wissenschaftsliga aufzusteigen. Jede Exzellenzuniversität erhält insgesamt etwa 100 Millionen Euro zusätzlich in den nächsten sieben Jahren.

CAU spielt in der Bundesliga - aber noch nicht Champions League

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nahm Uni-Präsident Kipp die Entscheidung zur Kenntnis. Im ersten Moment überwiege die Enttäuschung, aber dass die Bewerbung trotzdem für Begeisterung bei der Jury gesorgt habe und die CAU zu den Top-15 gehöre, mache Mut. So sieht es auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er ermunterte die CAU deshalb, auch in sieben Jahren wieder ins Rennen zu gehen. Dann gibt es die nächste Ausschreibung. Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) hob außerdem die starke Konkurrenz hervor, die teilweise schon weltweit einen Namen habe. Das Fazit der Ministerin: Die CAU spiele in der Bundesliga - aber eben noch nicht in der Champions League.

Seit 2005 erfüllt Kiel die Voraussetzung für Bewerbung

Kiel hätte 140 Stellen schaffen wollen. 60 Millionen Euro sollten in Personal fließen, 40 Millionen in Sachmittel. Im Gegensatz zu Kiel gelang es der Universität Hamburg erstmals, als Exzellenzuniversität eingestuft zu werden. Die besondere Tragik Kiels ist, seit 2005 die Voraussetzungen jeweils für eine Bewerbung erfüllt zu haben und dennoch zu scheitern.

Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuni sind mindestens zwei Exzellenzcluster - vom Bund besonders ausgestattete Forschungsvorhaben. Aktuell hat Kiel zwei Exzellenzcluster in der Entzündungsmedizin und Archäologie. Hamburg hat vier Exzellenzcluster.

Seit Dienstag hatten Mitglieder der Exzellenzkommission in Bonn beraten, welche Unis sich in Zukunft über den Status Exzellenzuniversität und eine besondere finanzielle Förderung freuen können. Der Exzellenzkommission gehörten 39 internationale Vertreter aus der Wissenschaft, die Fachminister der 16 Bundesländer und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.07.2019 | 22:00 Uhr

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