Stand: 18.06.2018 11:06 Uhr

Kieler Frauennotruf warnt vor K.-o.-Tropfen

Die Wirkung kommt schleichend und fast unbemerkt. Wer ein mit K.-o.Tropfen versetztes Bier oder einen Cocktail trinkt, bekommt nach nur 10 bis 20 Minuten die erste Wirkung zu spüren: Schwindel und Benommenheit. Auf einer Party-Großveranstaltung wie der Kieler Woche - wo viel getrunken und gefeiert wird - seien dies aber Warnsignale, die in der Feierlaune schnell untergehen und unbeachtet bleiben, warnt Ursula Schele vom Kieler PETZE-Institut für Gewaltprävention. Dabei wäre es zu diesem Zeitpunkt wichtig, schnell zu handeln und sich hilfesuchend an Freunde oder Kneipenpersonal zu wenden.

Betäubungsmittel nur schwer nachweisbar

Wem K.-o.-Tropfen verabreicht werden, werde erst euphorisch, verliere dann die Kontrolle und sei später orientierungslos und könne sich kaum noch selbst helfen, so Schele: "Natürlich ist das eine sehr belastende Situation, aber die Betroffenen müssen sich immer wieder deutlich machen, dass der Täter der Täter ist und sie überrumpelt hat", so die Institutschefin. Weil das Betäubungsmittel nur einen halben Tag im Blut nachgewiesen werden kann, sei es wichtig, so schnell wie möglich Hilfe aufzusuchen.

Flaschen und Gläser im Auge behalten

Um sich zu schützen, rät der Kieler Frauennotruf, beim Feiern das eigene Glas oder andere offene Getränke immer im Blick zu behalten. Nach Angaben der Landespolizei gibt es keine verlässlichen Zahlen, wie viele Frauen in Schleswig-Holstein Opfer von K.-o.-Tropfen werden. Die Ermittler gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus, weil die Opfer aus Scham die Taten meistens nicht anzeigen würden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 18.06.2018 | 12:00 Uhr

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