Stand: 11.10.2018 09:32 Uhr

Keine gütliche Einigung um Trakehnerhengst

Der Hengst "Kaiser Milton" ist beim internationalen Trakehner Hengstmarktes in Neumünster 2017 zum Siegerhengst gekört worden.

Erstmals in der Geschichte des internationalen Trakehner Hengstmarktes in Neumünster streiten sich Käufer und Verkäufer vor dem Landgericht Kiel. Es geht um den Trakehnerhengst "Kaiser Milton". Auf dem internationalen Trakehner Hengstmarktes in Neumünster 2017 wurde das Tier als bester Hengst gekört. Ein Züchter aus Bad Bevensen in Niedersachsen hatte das Pferd gekauft - für 382.000 Euro. Beim Ausladen stellte er nach eigenen Angaben fest, dass das Tier vorne links lahmte - angeblich wegen eines nicht korrekt gewachsenen Hufes.

Tierärzte stellten laut dem Züchter ebenfalls gesundheitliche Probleme des Tieres fest - und einen schweren Herzfehler. Laute Herzgeräusche seien auch schon bei der Auktion bekannt gewesen, wie Lars Gehrmann, Geschäftsführer des Trakehnerverbandes in Neumünster, einräumte. Allerdings bewerten die Anwälte des Trakehnermarktes und des niederländischen Verkäufers die lauten Herztöne als vernachlässigbar.

Pferdehufen auf einem Betonboden. © NDR

"Kaiser Milton" vor dem Landgericht Kiel

NDR 1 Niedersachsen - Regional Lüneburg -

Es geht um einen Trakehnerhengst und 382.000 Euro. Die will ein Käufer aus Bad Bevensen, nicht für einen Hengst bezahlen, den er auf dem internationalen Trakehner Hengstmarkt erworben hatte.

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60.000 Euro Steuern und weitere Kosten

Weil er wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht an Turnieren teilnehmen könne, werde "Kaiser Milton" in der Zucht nicht mehr so stark nachgefragt, so der Züchter. Er will, dass der Verkäufer den Hengst zurücknimmt. Bisher hat der Mann aus Bad Bevensen das Geld für "Kaiser Mitlon" nicht gezahlt. Der Verkäufer sagt, dass die Tierärzte in Neumünster vor der Auktion keine gravierenden gesundheitlichen Mängel feststellen konnten. Er möchte den Kaufpreis samt Mehrwertsteuer und Versicherungsprämie erhalten - fast 382.000 Euro. Zum Streitwert kommen noch 60.000 Euro Steuern und weitere Kosten, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Nächster Termin Ende November

Der Richter will jetzt ein tierärztliches Gutachten vorschlagen, bei dem ein Experte der Tierärztlichen Hochschule Hannover den Hengst untersucht. Bis das Gutachten fertig ist, können Monate vergehen. Der nächste Termin vor Gericht ist für Ende November geplant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.10.2018 | 10:30 Uhr

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