Blick auf die Fassade der Sana Klinik in Eutin. © Foto Sana

Kartellamt gibt sein Okay: Ameos darf Sana-Kliniken übernehmen

Stand: 14.10.2021 16:57 Uhr

Der Schweizer Klinik-Konzern Ameos kann die Sana-Kliniken in Ostholstein übernehmen. Das Bundeskartellamt hat die Pläne genehmigt.

Für die drei Allgemeinkrankenhäuser in Fehmarn, Eutin und Oldenburg sowie das geriatrische Fachkrankenhaus in Middelburg geht es ab Januar 2022 also unter dem neuen Eigentümer weiter. Minderheitsgesellschafter soll dann der Kreis Ostholstein mit 5,2 Prozent der Anteile bleiben. Was die Übernahme konkret für die Arbeitsbedingungen der mehr als 1.000 Beschäftigten bedeutet, ist unklar.

Ameos: Aktuelle Tarifverträge gelten weiter

Ameos und Sana betonten mehrfach, dass sich für sie nichts ändern solle. Dennoch kritisiert die Gewerkschaft ver.di Nord den Deal. Ameos stehe nicht für eine Unternehmenskultur im Sinne der Beschäftigten, so Steffen Kühhirt. Es sei zu erwarten, dass der Konzern strukturelle Veränderungen vornehmen wird. Ameos erklärte auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein, dass die aktuellen Tarifverträge weiter gelten sollen.

Vorstand plant Veränderungen

Die Ameos-Gruppe freue sich auf die neuen Kolleginnen und Kollegen der Sana-Kliniken Ostholstein, erklärte das Unternehmen und betonte: Einen Arbeitsplatzabbau solle es nicht geben. Ameos wolle zusätzliche Stellen schaffen. Laut Vorstandsmitglied Frank-Ulrich Wiener sind Veränderungen geplant: "Wir haben selbstverständlich vor, uns mit dem Angebot auseinanderzusetzen, das dort vorgehalten wird - und werden dies auf die Bedürfnisse in der jeweiligen Umgebung und den Einzugsbereichen anpassen."

Übernahme 2018 noch gescheitert

Schon vor gut drei Jahren wollte die Ameos-Gruppe die Sana-Krankenhäuser in Ostholstein übernehmen. Sana wollte sie auch abgeben. Doch das Bundeskartellamt untersagte die Übernahme. Grund waren damals Bedenken der Kartellwächter wegen der Verbindung von Ameos über einen gemeinsamen Investor mit der ebenfalls in Ostholstein gelegenen Schön-Klinik Neustadt. Nun heißt es, Ameos habe die Verbindung zu den Schön-Kliniken beendet.

13 Standorte in SH

Die Ameos-Gruppe ist einer der großen privaten Gesundheitsversorger im deutschsprachigen Raum mit mehr als 95 Einrichtungen an über 50 Standorten. In Schleswig-Holstein sind es neun Standorte: Eutin, Grömitz, Heiligenhafen, Kiel, Lübeck, Ratzeburg, Mölln, Neustadt, Oldenburg, Preetz und Sierksdorf. Durch die Übernahme kommen die vier Kliniken in Eutin, Oldenburg, Middelburg und Fehmarn dazu.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.10.2021 | 16:00 Uhr

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