Stand: 28.03.2018 20:57 Uhr

Kann die St. Severin Kirche gerettet werden?

Sie sieht aus wie eine jahrhundertealte Ruine - die St. Severin Kirche in Hanerau-Hademarschen (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Tatsächlich wurde die Kirche aber erst vor zehn Jahren komplett saniert, offenbar ist dabei aber einiges schief gelaufen. Seit mehr als vier Jahren ist die Kirche nicht mehr betretbar, der Haupteingang seitdem zugemauert. Es herrscht ein Sicherheitsrisiko, weil die Wand nicht stabil ist. Eine erneute Sanierung war lange nicht möglich, denn die Kirchengemeinde klagte gegen beteiligte Baufirmen um die Kostenfrage.

Mörtel sprengt die Feldsteinmauer

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Durch falschen Mörtel bildeten sich Risse im erhaltenen historischen Mauerwerk der St. Severin Kirche.

Doch worum ging es: Die Gemeinde wollte die denkmalgeschützten mittelalterlichen Feldsteinmauern nach einem Großfeuer erhalten. Die beauftragten Baufirmen verwendeten jedoch falschen Mörtel. Rund 35 Tonnen wurden verbaut. Der Mörtel reagierte mit dem Mauerwerk und sprengte die Steine auseinander. Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass die beteiligten Firmen die Kosten für die Baufehler übernehmen müssen.

Wie geht es weiter?

"Das war keine Erlösung für uns, weil wir eigentlich wussten, dass wir recht hatten. Es hilft uns nicht weiter, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht", erklärt Arend Engelkes, Pastor der Gemeinde Hademarschen. Seit zweieinhalb Jahren ist er Pastor an der Kirche. Er konnte aber dort noch nie predigen. "Für unsere Kirchengemeinde ist es ein riesiges Thema, die Kirche nicht nutzen zu können." Einige Gemeindemitglieder haben ihn bereits gefragt, wie lange sie noch leben müssten, um ihre Beerdigung in der Kirche abhalten zu können. "Das hat mich total erschüttert", meint der Pastor.

Eine Notsicherung gibt Hoffnung

Nun haben die Notsicherungsarbeiten an der am stärksten beschädigen Seite der Kirche am Westportal begonnen. Für 250.000 Euro soll die Kirche so wieder nutzbar gemacht werden. Arbeiter führen Metallstangen durch Bohrung in das Mauerwerk ein, um daraus wieder ein statisches Gefüge zu machen. "Wenn das möglich ist, wird ein Stahlrahmen eingezogen, der es möglich macht, dass man die Tür öffnen kann", erklärt Doris Hedrich, Architektin des Kirchenkreises. Wie lange die Bauarbeiten dauern und ob die Kirche danach wieder begehbar sein wird, ist noch nicht sicher. Aber Pastor Arend Engelkes hat wieder Hoffnung, dass er hier irgendwann Trauungen, Taufen und Beerdigungen für seine 3.800 Gemeindemitglieder durchführen kann.

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Schleswig-Holstein Magazin | 28.03.2018 | 19:30 Uhr

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