Stand: 23.01.2020 15:48 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Joghurtpumpe aus Kummerfeld geht um die Welt

Wie kommt der Joghurt in den Becher? Für die Lebensmittelindustrie ist das eine entscheidende Frage. Denn wichtig ist: die Pumpe darf nur den Joghurt in den Becher befördern – keine Joghurtreste, keine Bakterien, keine Luft und natürlich kein Maschinenöl. Genau so eine Pumpe, die die Anforderungen an größtmöglicher Hygiene erfüllt, wird im Kreis Pinneberg produziert: die Schraubenspindelpumpe des Unternehmens Jung Process Systems in Kummerfeld. 1972 hatte Hans Jung mit einem Ein-Mann-Unternehmen begonnen. Damals fertigte er Edelstahlteile, zum Beispiel für den Schiffbau. 2005 zählt das Unternehmen bereits 55 Mitarbeiter. Vier Jahre später hatte Hans Jung dann die Idee zur Schraubenspindelpumpe. Die Jung Process System GmbH wurde gegründet, die die Pumpen aus Edelstahl entwickelt und weltweit vertreibt.

Die Erfinder der Joghurtpumpe

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Schraubenspindelpumpe des Unternehmens Jung Process Systems in Kummerfeld sorgt weltweit dafür, dass der Joghurt in den Becher kommt. Die Pumpen kosten je nach Größe zwischen fünf und 50.000 Euro.

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Die Herstellung wird streng geprüft

Nach Angaben von Vertriebsleiter Henning Grönwoldt-Hesse muss das Material der Pumpen besonders glatt sein, damit es richtig sauber werden kann und damit dort keine Joghurtreste anhaften können. Die Herstellung wird nach Angaben des Unternehmens streng geprüft, bei jedem Bauteil geht es um tausendstel Millimeter. Aus einem Metallrohling wird in fünf Stunden eine Spindel - das Herzstück der Pumpe. Denn diese Spindel dreht den Joghurt durch die Leitung. Der Vertriebsleiter erklärt: "Diese Pumpe ist sehr flexibel, sehr schonend und sehr hygienisch. Der Joghurthersteller kann damit unterschiedliche Mengen fördern. Er stellt sicher, dass der Joghurt so, wie er ihn haben möchte, in den Becher kommt. Mit intakten und nicht zermatschten Fruchtstücken." 

Pumpen gehen in die ganze Welt

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Anke Jung war bereits als kleines Kind bei Firmenfeiern dabei und ist nun Teil der Geschäftsführung.

Die Tochter des 2014 verstorbenen Unternehmensgründers, Anke Jung, war bereits als kleines Kind bei Firmenfeiern dabei. Sie kennt das Unternehmen von klein auf. Inzwischen ist sie Teil der Geschäftsführung und stolz auf das, was ihr Vater geschaffen hat. "Wenn ich morgens beim Frühstück sehe, dass fast alles durch unsere Pumpen gelaufen sein könnte, dann ist das noch mal eine besondere Attraktivität." Die Pumpen kosten je nach Größe zwischen fünf und 50.000 Euro. Mittlerweile werden sie von Lebensmittelherstellern auf der ganzen Welt eingesetzt, nicht für Joghurts, sondern für zahlreiche dickflüssige Lebensmittel und auch Kosmetik. Im vergangenen Jahr wurden rund 760 Schraubenspindelpumpen verkauft - in diesem Jahr sollen es mehr als 800 werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.01.2020 | 19:30 Uhr

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