Stand: 15.05.2020 18:51 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

IHK: Firmen verlieren Umsätze in Milliardenhöhe

von Christian Wolf

Schleswig-Holstein steckt aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Corona-Krise und der damit einhergehende Lockdown treffen Industrie und Händler mit voller Härte. Die zuständige Kammer hat auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein den möglichen Schaden für das Jahr 2020 prognostiziert. "Wenn wir von steuerpflichtigen Umsätzen aus 2017 von 178 Milliarden Euro ausgehen, dann liegen die Umsatzrückgänge bei geschätzten 25 Milliarden auf das Jahr gesehen", sagt Sedef Atasoy von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg.

Forderung nach steuerlicher Entlastung

Als Grundlage für die Berechnung diente unter anderem die Konjunkturprognose von Anfang des Jahres. Danach geht die Kammer von einem durchschnittlichen Minus von 14 Prozent bei den Umsätzen aus. Aus Sicht der IHK sind deswegen weitere Impulse erforderlich. Sie fordert, aktuelle Verluste kurzfristig steuerlich zu berücksichtigen. "Damit würde den Unternehmen die dringend benötigte Liquidität verschafft. Denn Steuerrückzahlungen der Finanzämter könnten die Betriebe sofort in den Restart investieren", erklärt Atasoy.

Wirtschaftsminister ist optimistisch

Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Buchholz spiegelt das Minus von 14 Prozent zwar vermutlich die augenblickliche Lage und Stimmung wider - aber nicht das Gesamtergebnis für das Jahr 2020. "Erste Schritte zur Lockerung sind eingeleitet und wenn sich das Infektionsgeschehen - wie bisher - beruhigt, dann gehe ich davon aus, dass es im zweiten Halbjahr noch eine Reihe belebender Impulse geben wird", erklärte der Minister. Außerdem verwies er auf die Bundesregierung, die mit 6,3 Prozent von einem geringeren Umsatzrückgang in 2020 ausgeht. Das wäre dann allerdings immer noch ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als elf Milliarden Euro.

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NDR 1 Welle Nord | 15.05.2020 | 17:00 Uhr

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