Helfer der Landespolizei helfen im Hochwassergebiet. © Landespolizei Schleswig-Holstein

Hochwassergebiete: Einsatzkräfte aus SH sind zurück

Stand: 30.07.2021 19:07 Uhr

Feuerwehr, THW, Hilfsorganisationen - sie alle helfen in den Überschwemmungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Für rund 700 Helfer aus Schleswig-Holstein endete der Einsatz am Freitag, das erste Kontingent kam am Sonntag zurück.

In den vergangenen zehn Tagen waren nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes insgesamt 1430 Helfer rund um Windhagen bei Bonn im Einsatz, um nach den Starkregen-Überschwemmungen aufzuräumen. Am Freitag traten sie die Rückreise an. Die Helfer-Gruppe hatte am vergangenen Sonntag die ersten Einsatzkräfte abgelöst.

Autos repariert, Essen geliefert

Eine Besprechung einer Freiwilligen Feuerwehr auf einem Parkplatz vor Einsatzfahrzeugen. © LFV-SH Foto: LFV-SH
Insgesamt 15 Notfallseelsorger aus Schleswig-Holstein betreuen sowohl die Einsatzkräfte als auch die Bevölkerung in den Krisengebieten.

Hinter den Frauen und Männern von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK), Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und Technischem Hilfswerk (THW) liegen anstrengende Tage. Sie haben Menschen mit warmen Essen versorgt, Schuttberge und beschädigte Autos entfernt oder in der mobilen Kfz-Werkstatt Einsatzwagen repariert. Außerdem hat sich ein Team der psychosozialen Notfallversorgung um Opfer der Überschwemmung gekümmert.

"Je mehr geräumt ist, desto mehr haben die Menschen Bedarf an Gesprächen, sie brauchen uns", erklärte der Leiter der Psychosozialen Notfallversorgung, Thomas Scheld. Notfallseelsorgerin Margarethe Kohl betont: "Normalerweise rücken wir eine Stunde nach einem schweren Unglück an. Das war dieses Mal anders. Hier gibt es Menschen, die haben seit zehn Tagen nicht geduscht. Ihr Haus können sie nicht mehr betreten. So eine Situation kann sich kaum jemand vorstellen." Das Team der psychosozialen Notfallversorgung wurde um sechs Seelsorger aufgestockt, die ausschließlich für die Bevölkerung da sind. Aber auch Helfer wurden unterstützt, denn auch sie müssten das Erlebte erst verarbeiten.

Einsatz verlängert

Rheinland-Pfalz hatte laut Innenministerium in Kiel vergangene Woche um eine Fortsetzung des Einsatzes gebeten, da es nach wie vor in den betroffenen Regionen viel zu tun gab und gibt. Die Bilder der Zerstörung seien apokalyptisch und surreal, berichten die Einsatzkräfte vor Ort. "Die Menschen leben hier zum Teil ohne Strom und Wasser", erzählte Jesko Jachens vom THW vor einigen Tagen, "teilweise fehlt bei Häusern eine Hälfte. Und im Nachbarhaus, in dem im Erdgeschoss nur Schlamm ist, müssen die Leute oben noch wohnen." Ein Feuerwehrmann aus Stormarn berichtete NDR Schleswig-Holstein, die Bilder in den Medien könnten nur einen Bruchteil der Zerstörung zeigen. Die Wirklichkeit sei viel schlimmer.

Mittlerweile sei die Hilfe von Fachkräften gefragt, so ein Sprecher des Landesfeuerwehrverbands. Der Grund: Wasser- und Stromleitungen müssen dauerhaft wiederhergestellt werden und nicht nur provisorisch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.07.2021 | 07:00 Uhr

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