Stand: 11.02.2019 18:26 Uhr

Hinterlandanbindung: Bad Schwartau stellt sich quer

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Ein Computerbild zeigt tiefer gelegte Bahngleise am Bahnhof in Bad Schartau.

Die Hinterlandanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung sorgt weiter für Streit: Die Kommunen an der künftig noch stärker befahrenen Bahnstrecke fordern Lärmschutz, der über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus geht. Jetzt haben sie sich mit der Bahn auf Maßnahmen geeinigt, für die auch der Kreis Ostholstein diese Woche im Bundesverkehrsministerium werben will. Doch ausgerechnet die Stadt Bad Schwartau stellt sich quer, weil ihrer Auffassung nach die geplanten Maßnahmen nicht ausreichend sind.

Ein Bahnhof mit "Trog"

Hinterlandanbindung: Folgen für Bad Schwartau

Schleswig-Holstein Magazin -

Kommunen und Bahn müssen sich auf Maßnahmen bei der Hinterlandanbindung einigen. Die Anwohner von Bad Schwartau sorgen sich um den Lärmschutz und fordern die "Trog"-Lösung.

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Bad Schwartau fordert besonderen Lärmschutz

Mehr als die Hälfte der von der Hinterlandanbindung betroffenen Menschen würde in Bad Schwartau leben. So sieht es die Stadt und fordert deshalb besonderen Lärmschutz. Statt hoher Lärmschutzwände bevorzugen die Bad Schwartauer die Verlegung der Bahntrasse in einen sieben Meter tiefen Trog. Das ist eine Art Beton-Graben, durch den die Züge rollen sollen. Die Baukosten könnten sich laut unabhängigen Gutachten auf 90 Millionen Euro belaufen.

Stadtwald für Lärmschutz opfern?

Die Bahn will den Trog aber nur 2,5 Meter tief bauen. Für Bad Schwartau hieße dies: Es müssten zusätzlich hohe Lärmschutzwände gebaut und bis zu drei Hektar Stadtwald abgeholzt werden. Für Bürgermeister Uwe Brinkmann nicht vorstellbar: "Wir sind ein Kurort, der davon lebt, dass wir einen intakten Kurbetrieb, einen Kurpark, Wälder und Naherholungsgebiete haben. Die derzeitigen Planungen der Bahn greifen immens und intensiv darin ein."

Stadt hat Klage vorbereitet

Eine Lösung im Streit zwischen Bahn und Kommune ist nicht absehbar. Noch vor der Sommerpause will der Bundestag über das 500 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket zum Lärmschutz abstimmen - auch ohne eine Einigung mit Bad Schwartau. Die Stadt hat für diesen Fall eine Klage vorbereitet.

Der Staatsvertrag zur Festen Fehmarnbeltquerung wurde vor zehn Jahren von Deutschland und Dänemark unterzeichnet. Der Deal besagt, dass Dänemark den Tunnel durch die Ostsee baut und Deutschland sich nur um seine Hinterlandanbindung kümmern muss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.02.2019 | 17:00 Uhr

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