Stand: 24.07.2015 09:00 Uhr

Gutachten: Heikendorfer Panzer ist Kriegswaffe

Der Weltkriegspanzer, den die Bundeswehr Anfang des Monats aus einer Villa bei Kiel geborgen hat, ist offenbar nicht fachgerecht demilitarisiert worden und gilt somit als Kriegswaffe. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, liegt nun ein entsprechendes Gutachten vor. Die Bundeswehr war allerdings vor wenigen Jahren zu einem anderen Schluss gekommen.

Funktionsfähige Kriegswaffe oder kriegsuntaugliches Fahrzeug?

Es war die Streitfrage in diesem spektakulären Fall: Handelt es sich bei dem Panzer um eine funktionsfähige Kriegswaffe oder wurde das Fahrzeug demilitarisiert, also fachgerecht kriegsuntauglich gemacht? Denn nur dann würde der Panzer nicht unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen und der Sammler aus Heikendorf hätte das Fahrzeug in seinem Haus haben dürfen.

Laut Bundeswehr war letzteres der Fall: Wie das Verteidigungsministerium bestätigte, haben Mitarbeiter des Wehrtechnischen Dienstes damals dabei geholfen, den Motor des Panzers auszubauen und instand zu setzen. Der Panzer sei zweifelsfrei demilitarisiert gewesen, so ein Sprecher. Die Bundeswehr hatte dem Sammler mehr als 28.000 Euro für die Instandsetzung in Rechnung gestellt. Die Staatsanwaltschaft Kiel teilte nun mit, dass laut einem Gutachten keine Demilitarisierung entsprechend der vorgegebenen Richtlinien festgestellt werden konnte. Es lägen auch keine ordnungsgemäßen Bescheinigungen zum Besitz vor.

Zahlreiche Waffen im Keller - Ermittlungen dauern an

Neben dem Panzer wurden eine Flugabwehrkanone und ein Torpedo beschlagnahmt - doch auch für die fehlen dem Heikendorfer gesetzmäßige Besitzpapiere. Darüber hinaus stellten die Beamten auch zahlreiche weitere Waffen in der Villa an der Förde sicher. Die Ermittlungen dauern an.

Anfang Juli hatte die Staatsanwaltschaft den Panzer beschlagnahmt - ebenfalls mit Hilfe der Bundeswehr. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen. Gegen den Sammler wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.07.2015 | 07:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

SPD-Landeschefin Serpil Midyatli.

Bundestagswahl in SH: SPD mit 28,1 Prozent stärkste Kraft

Nach dem vorläufigen Endergebnis rutscht die CDU auf 22 Prozent ab. Die größten Zugewinne im Vergleich zu 2017 verzeichnen die Grünen. mehr

Videos