Stand: 26.10.2019 12:12 Uhr

Geomar: Wie wirkt Mikroplastik auf Muscheln?

Sie waren unter anderem in Chile, auf Tasmanien und auf den Kapverdischen Inseln, um herauszufinden, welche Auswirkungen Mikroplastik auf Organismen im Ozean hat. 17 Studenten aus aller Welt brachen im Frühjahr vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum auf, um an verschiedenen Orten der Welt dazu zu forschen - und sind nun zurück in der Landeshauptstadt. Hier tauschen sie sich zurzeit aus.

Noch keine Ergebnisse

Konkret ging es um die Frage, inwieweit sich die Effekte von Mikroplastik mit denen natürlicher Kleinstpartikel im Meer vergleichen lassen. Dafür untersuchten die Studenten Organismen wie Muscheln, die ihre Nahrung aus dem Wasser filtern. "Wir haben Muscheln gesammelt, sie ins Labor gebracht und da unseren Versuch aufgebaut. Dann haben wir Mikroplastik ins System eingeleitet und haben geschaut, wie sie reagieren", berichtet Maria Greulich vom Team Tasmanien. Noch gibt es keine Ergebnisse. Die Studenten müssen ihre einzelnen Messungen und Forschungsergebnisse noch zusammentragen.

Ist Mikroplastik neue Form der Verschmutzung?

Im Kern geht es bei den Untersuchungen darum, Mikroplastik und natürliche Partikel zu vergleichen. Bisher ist nicht klar, ob Mikroplastik eine gänzlich andere Wirkung hat oder ob sich die Effekte natürlicher und menschengemachter Partikel gleichen. Die Frage, die am Ende des Projektes steht, ist also, ob Mikroplastik nur eine weitere Quelle für Partikel in der Wassersäule ist oder ob es eine qualitativ neue Form der Verschmutzung ist.

Das "Game"-Programm, in dessen Rahmen die Untersuchungen stattfinden, gibt es bereits seit 17 Jahren. Jedes Jahr geht es um ein anderes Thema, aber immer werden die Studien über geografische Räume und Ökosystemgrenzen hinweg betrieben.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.10.2019 | 19:30 Uhr

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