Stand: 07.12.2018 12:35 Uhr

Gaffer wollten Bombensprengung hautnah miterleben

Gaffer im Sperrbereich haben die Sprengung einer Fliegerbombe in Kiel am Donnerstagabend an den Rand eines Abbruchs gebracht. "In der Dunkelheit sind immer wieder neue Leute in den Gefahrenbereich gekommen, um den Einsatz miterleben zu wollen", sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts am Freitag. Ihren Angaben zufolge hätte der Kampfmittelräumdienst den Einsatz abgebrochen, wenn nicht alle Posten am Ende doch hätten sicherstellen können, dass sich niemand mehr in der Evakuierungszone befindet. "Die Evakuierung wäre dann aufrechterhalten worden und der Kampfmittelräumdienst hätte mit Anbruch des Tageslichts weitergearbeitet", sagte die Sprecherin. Die Sprengung der 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte sich um mehr als zwei Stunden verzögert.

Gesprengte Bombe.

Gaffer gefährden Bombensprengung in Kiel

Schleswig-Holstein Magazin -

Eine Fliegerbombe in Kiel wurde mit zwei Stunden Verspätung gesprengt. Schaulustige hatten das Sperrgebiet nicht verlassen wollen, so dass die Aktion mehrfach abgebrochen werden musste.

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Verzögerung: Anwohnerin zeigt sich "beschämt"

Die Polizei nannte die Gaffer vollständig ignorant und uneinsichtig und bedankte sich bei ihnen - im Gegensatz zu den geduldigen Anwohnern - "ausdrücklich" nicht. Eine Anwohnerin zeigte sich "beschämt, dass die Sprengung verzögert wurde, weil Leute einfach das Gebiet nicht verlassen haben. Das finde ich schade." Im selben Atemzug bedankte sie sich aber auch "bei den Leuten, die ihr Leben dafür riskiert haben, dass mein Haus noch steht - und auch bei allen anderen Helfern".

Nach dem Fund blieben nur wenige Stunden

Die Bombe hatte in vier Metern Tiefe gelegen. Sie konnte nicht entschärft werden, weil sie über einen Langzeitzünder verfügte und der Schlagbolzen bereits vorgespannt war. "Das war eine der gefährlichsten Bomben der vergangenen Jahrzehnte", sagte ein Polizeisprecher. Der Beweis: Die Bombe musste nur Stunden nach dem Fund gesprengt werden. Die Feuerwehr flutete die Fundstelle mit 20 Tonnen Wasser, um die Wucht der Explosion so gut wie möglich abzumildern. Kleine Schäden an Fenstern rund um den Fundort am Kieler Ostufer waren dennoch zu sehen.

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Nach der schwierigen Sprengung einer Weltkriegsbombe in Kiel bedankt sich eine Anwohnerin bei Experten und Helfern. Dass Gaffer die Aktion behindern, "beschämt" sie. "Das ist schade." Video (00:17 min)

Einige Anwohner wollen Evakuierung diskutieren

Im Gegensatz zu den Störern im Sperrbereich waren diese Schäden für die Polizei aber wohl das kleinere Übel. Immer wieder seien Menschen in den Sperrbereich gegangen, uneinsichtige Anwohner seien geblieben und hätten aus dem Fenster geschaut, sagte ein Sprecher. Manche hätten sogar mit Polizisten noch über die Notwendigkeit der Evakuierung diskutieren wollen.

Polizei kann Menschen in Gewahrsam nehmen

Theoretisch kann die Polizei in solchen Fällen Platzverweise aussprechen und bei Nichtbefolgen Menschen in Gewahrsam nehmen. Dies sei jedoch nicht geschehen, so der Sprecher. Im Vordergrund habe gestanden, die Sicherheit während der Sprengung zu gewährleisten. Ein weiterer Polizeisprecher nahm einige Anwohner auch in Schutz. Ein paar ältere Leute hätten die Evakuierung aufgrund der Kurzfristigkeit nicht mitbekommen.

Alte Dame über Gaffer: "Wie dumm muss man sein"

Wegen der in Kiel ansässigen Rüstungsindustrie war die Stadt an der Förde im Zweiten Weltkrieg das Ziel schwerer Luftangriffe der Alliierten. In der Stadt werden regelmäßig Bomben entschärft - in der Regel ohne Probleme. "Aber das war jetzt eine scharfe Bombe", sagte eine Anwohnerin sichtlich bewegt, "ich bin noch ein Kriegskind." Angesprochen auf die Gaffer fiel der alten Dame nicht mehr viel ein. "Wie dumm muss man im Kopf sein..."

Bombensprengung in Kiel verzögert sich

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Menschen im Sperrgebiet verzögern Sprengung

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.12.2018 | 12:00 Uhr

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