Stand: 12.09.2020 05:00 Uhr

Fotografie: Die wunderbare Welt der Insekten

Seit mehr als 40 Jahren fotografiert Jens Kählert Insekten und Spinnen. Am besten funktioniert das früh morgens, wenn es windstill und kühl ist. Dann befinden sich die Krabbeltiere in der Morgenstarre und bewegen sich nicht. Vor zehn Jahren war es Kählert zufolge noch einfacher, Insekten aufzuspüren. Das Insektensterben mache es heute zu einer Herausforderung.

Im Morgengrauen vorsichtig das Gras absuchen

Wenn der Insektenfotograf auf die Jagd nach einem Fotomotiv geht, dann schleicht er oft in seinen Gummistiefeln über eine von Tau bedeckte Wiese. Bewaffnet ist er mit einer kleinen Schere. Wenn Kählert fündig wird, schneidet er den Grashalm, auf dem das zu fotografierende Exemplar sitzt, ab und steckt ihn vorsichtig auf ein Stativ direkt vor seine Linse.

Makroobjektiv mit Nahlinse kombiniert

Die Fotos macht Kählert mit einem Makroobjektiv und einer davor gesetzten Nahlinse. Seine Kamera nimmt eine Vielzahl an Bildern auf, die der Fotograf später am Rechner mit Hilfe eines speziellen Bildbearbeitungsprogramms übereinander legt. So entstehen messerscharfe Aufnahmen mit vielen Details in einer hohen Auflösung. "Das ist eine Reise in eine andere Welt", beschreibt Kählert seine Leidenschaft. "Das Gesicht eines Säugetiers kennen wir alle, aber das Gesicht einer Fliege kennen wir nicht."

Sein Weg zur Insektenfotografie

Sein Weg zur Insektenfotografie fing im Studium an. Als angehender Biologielehrer brauchte Jens Kählert ein Thema für seine Examensarbeit. "Ich ging zu meinem Professor und der sagte: Sie machen jetzt Libellen", erzählt Kählert. Das sei das Spezialgebiet des Professors gewesen. Schon nach kurzer Zeit war der damalige Student ebenso fasziniert davon: "Das packte mich dermaßen, dass ich 20 Jahre lang nichts anderes fotografiert habe." Inzwischen fotografiert der ehemalige Biolehrer zwar auch Landschaften, aber die Faszination für Libellen ist immer noch da.

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Schleswig-Holstein Magazin | 09.09.2020 | 19:30 Uhr

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