Blick auf das vom Brand zerstörte Flüchtlingsheim in Gudow. © picture alliance / rtn - radio tele nord Foto: rtn, peter wuest

Feuer in Flüchtlingsunterkunft Gudow: Mann in Psychiatrie eingewiesen

Stand: 03.05.2021 08:54 Uhr

Nach dem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Gudow (Kreis Herzogtum Lauenburg) wurde der Tatverdächtige in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen.

Wie die Polizei mitteilte, wurde bei dem 32-Jährigen eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Der Mann war am Sonnabend verhaftetet und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt worden - wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes und der schweren Brandstiftung.

VIDEO: Flüchtlingsunterkunft in Gudow brennt ab (1 Min)

Gebäude ist wegen des Feuers unbewohnbar

Die Brandruine nach dem nächtlichen Feuer in einer Asylbewerberunterkunft in Gudow, Kreis Herzogtum Lauenburg. © Johannes Kahts
Durch das Feuer ist das Gebäude der Flüchtlingsunterkunft in Gudow nicht mehr bewohnbar.

Mehr als 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren am Samstagabend stundenlang im Einsatz, um das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft zu löschen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Gebäude bereits komplett in Flammen. Bei dem Brand wurde ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft leicht verletzt, ein Feuerwehrmann erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Erst am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr war das Feuer gelöscht. Das Gebäude wurde durch das Feuer stark beschädigt und ist derzeit nicht bewohnbar. Der Sachschaden beläuft sich auf circa 350.000 Euro.

Herausfordernder Einsatz für alle Beteiligten

Der Brand war nicht die einzige Herausforderung für die Einsatzkräfte: In der Nähe des brennenden Gebäudes befand sich noch eine Person, die mit einem Messer hantierte. "Diese Person hat aber nicht die Einsatzkräfte bedroht, sondern drohte vielmehr, sich selbst zu verletzen", erklärte der Feuerwehrsprecher des Kreises, Thomas Grimm. Die Person wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Zehn Corona-Infizierte im Nebengebäude

Die Feuerwehr musste insgesamt 21 Bewohnerinnen und Bewohner in Sicherheit bringen. Zehn Corona-Infizierte befanden sich in einem Nebentrakt, weshalb die Retter besonders vorsichtig vorgehen mussten. Die Feuerwehrleute hatten Glück: "Direkt gegenüber befand sich eine Ferienanlage der Feuerwehr Hamburg mit ausreichenden Kapazitäten, sodass wir die Bewohner dort unterbringen konnten", sagte Grimm. Die Infizierten wurden dort kurzerhand im Untergeschoss einquartiert, die anderen Bewohner in den höheren Bereichen. Komplizierte Transporte waren nicht nötig.

Laut Christoph Mager, Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg, verbleiben die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne befindlichen sieben Personen noch in der Unterkunft, während die übrigen 13 zunächst in der Jugendherberge Ratzeburg wohnen werden, um dann kurzfristig auf Städte und Gemeinden im Kreis verteilt zu werden.

Landrat beeindruckt von Hilfsbereitschaft der Bürger

Tief beeindruckt zeigte sich der Landrat von der spontanen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Gudow, die bereits in der Nacht und am Folgetag Hilfsgüter wie Kleidung und Decken für die Betroffenen spendete. "Für diese Unterstützung bedanke ich mich ausdrücklich. Es ist in der heutigen schwierigen Zeit nicht selbstverständlich, dass wir eine derartige große Unterstützung erhalten", so Mager.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.05.2021 | 08:00 Uhr

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