Extremschwimmer André Wiersig erreicht Helgoland

Stand: 21.08.2021 20:24 Uhr

Extremschwimmer André Wiersig am Ziel: Er ist vom Festland nach Helgoland geschwommen und brauchte rund 18 Stunden.

Am Sonnabend kurz nach 18 Uhr war es geschafft: Nach 50 Kilometern Strecke durch die Nordsee stieg der Langstreckenschwimmer am Strand der Badeinsel Düne aus dem Wasser. Mehr als 50 Menschen waren bei der Ankunft dabei, darunter seine Ehefrau Beate und andere Familienmitglieder. "So einen Empfang hatte ich noch nie", sagte Wiersig im Interview mit NDR Schleswig-Holstein.

Start am Festland um Mitternacht

Das Abenteuer begann gegen Mitternacht mit auflaufender Flut, kurz vor dem Hochwasser am Strand von St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland). Zur Verabschiedung waren rund 20 Fans gekommen. Sein Team begleitete den 49-Jährigen mit einem Kajak und einem Helgoländer Börteboot. Ein Experte des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) war mit an Bord und errechnete immer wieder die aktuell beste Strecke.

VIDEO: Extremschwimmer startet von St. Peter-Ording nach Helgoland (1 Min)

Quallen sorgen für Abwechslung in der Nacht

Wiersigs Team meldete sich in der Nacht mit zwei Live-Videos von der Nordsee. Vom Börteboot aus reichten sie dem Schwimmer Proteingetränke und Mineralwasser. Bei einer Verpflegungspause war auch noch Zeit für eine kurze Unterhaltung. "Da sind so Quallen. Wenn du die antatschst, leuchten die so grün auf", berichtete Wiersig.

Am Mittag musste er gegen eine starke Strömung anschwimmen und schaffte nach eigenen Angaben zeitweise nur 500 Meter pro Stunde. "Das muss man mental erstmal wegstecken", sagte Wiersig nach der Ankunft. Die Wassertemperatur bei Helgoland beträgt zurzeit laut BSH nur etwa 16 Grad Celsius.

Bürgermeister: Erster Schwimmer vom Festland

Extremschwimmer André Wiersig erreicht die Küste von Helgoland nach dem er am Strand von St. Peter-Ording gestartet ist. © NDR Foto: Martin Ross
Wiersig wird von seinem Schwager im Kajak und von einem Börteboot begleitet.

André Wiersig ist vermutlich der erste Mensch, der die Strecke schwimmend bewältigt hat - zumindest ist Helgolands Bürgermeister Jörg Singer nicht bekannt, dass es vorher schon einmal jemand geschafft hätte. Der erste Gast, der ohne Boot oder Flieger und aus eigener Kraft auf Helgoland angekommen ist, will bis Montag auf der Insel bleiben. "Es macht ja keinen Sinn, morgens hier hin zu kommen und dann gleich am nächsten Tag wieder weg", scherzte Wiersig im NDR Interview. Für Sonntag ist eine kleine Feier in einem Lokal geplant.

Nur Badekappe, Badehose und Brille sind erlaubt

Ein Jahr Vorbereitung sei notwendig gewesen, hatte der Extremsportler aus Paderborn im Vorfeld erzählt. Er hat auf Mallorca trainiert. Wiersig ist der erste deutsche Extremschwimmer, der nach eigener Aussage die sieben wichtigsten Meeresengen der Welt durchschwommen hat - darunter den Ärmelkanal und die Straße von Gibraltar. Die Regeln bei seinen Aufgaben: Nur Badekappe, Badehose und Brille sind erlaubt. Und er darf sich nicht am Begleitboot festhalten. Am vergangenen Wochenende ist Wiersig bereits bei einem Schwimm-Marathon in der Kieler Förde über 14 Kilometer Länge dabei gewesen.

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Extremschwimmer André Wiersig schwimmt im Meer - hinter ihm fährt ein Begleitboot. © Dennis Daletzki Foto: Dennis Daletzki

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.08.2021 | 08:00 Uhr

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