Stand: 19.06.2019 20:19 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Eltern in Sorge um Schulbildung ihrer Kinder

Auf welche der beiden Grundschulen in Schwarzenbek soll mein Kind gehen? In der Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg ist das für Mütter und Väter offenbar keine leichte Entscheidung. So geht es aktuell Hanna Barten, Mutter der fünfjährigen Lore. Das Mädchen ist ein sogenanntes Kann-Kind. Im August wird sie sechs Jahre alt. Ihre Eltern hätte ihre Tochter eigentlich schon gern in diesem Sommer eingeschult. Doch ein gutes Gefühl hatten die beiden bei ihren Überlegungen bislang nicht.

Kritik: Probleme bekannt, aber nichts passiert

Die beiden Grundschulen sollen überlaufen sein. Die größten Probleme laut Schulelternrat Sven Bethke sind zu wenig Räume für die Anzahl der Schüler. Außerdem seien zu viele Schüler in einer Klasse, kritisierte er. Auch der Schulentwicklungsplan des vergangenen Jahres weist auf dieses Problem hin. Denn durch die Erschließung gleich mehrerer Neubaugebiete hat sich die Bevölkerungszahl in Schwarzenbek innerhalb von zwei Jahren um rund 2.000 Menschen erhöht. Viele Kinder werden früher oder später schulpflichtig. Wie die Politik das aber lösen will, sei nach Jahren unklar, sagte Bethke.

Sonderausschuss gegründet

In der Grundschule Nordost sind bislang noch weitere Mieter untergebracht: das Förderzentrum und der Hort. Sie belegen einige Räume in der Schule, dadurch gibt es Platzmangel. In der benachbarten ehemaligen Realschule gibt es indes Platz. Seit Jahren steht die leer. Dorthin könnten Förderzentrum und Hort umgesiedelt werden. Dafür wurde ein Sonderausschuss gegründet, der von einer Vorlaufzeit von bis zu drei Jahren ausgeht.

Bürgermeisterin: Veränderten Anforderungen durch Inklusion

Die Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig äußerte sich schriftlich zu der Schulsituation in Schwarzenbek. "Die Situation hat sich nicht nur durch den Zuzug von Familien so entwickelt, sondern auch durch die veränderten Anforderungen, die die Inklusion an die Schulen stellt. Wir brauchen mehr und kleinere Räume zur Differenzierung der Lerngruppen. Außerdem haben Eltern und Kinder nach dem Besuch einer Ganztagskita auch an die Schule deutlich höhere Betreuungsanforderungen", teilte sie mit.

Wann entspannt sich die Situation an den Grundschulen?

Nach den Sommerferien wollen die Stadtverordneten eine Lösung erarbeiten. Wann genau, ist noch nicht klar. Bis es soweit ist, sollen Container das Platzproblem in den Schulen lösen. Die werden aber vermutlich erst im Laufe des neuen Schuljahres geliefert.

Die Eltern von Lore wünschen sich, dass das Schulkonzept überarbeitet wird. Sie hätten dann ein besseres Gefühl, wenn sie sich im Herbst für eine Schule entscheiden müssen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 17.06.2019 | 19:30 Uhr

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