Stand: 24.11.2018 15:32 Uhr

Einmaliges Modell: Die Nase des Pottwals

Sie macht ein Viertel der Körperlänge aus, ist die größte im Tierreich und erinnert ein wenig an den Bug eines U-Bootes: die Nase eines Pottwals. Doch der Pottwal kann damit gar nicht riechen. Die Nase hat eine andere Funktion. In ihr befindet sich ein bis zu vier Meter langes Organ, mit dem die Wale Klickgeräusche zur Orientierung erzeugen können. Erstmals wurde dieses Organ jetzt im Multimar Wattforum in Tönning (Kreis Nordfriesland) nachgebaut, in ein Pottwal-Modell integriert und jetzt für Besucher ausgestellt.

Forschung präziser als alles zuvor

Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Modell undenkbar gewesen. Es gab keine guten Abbildungen des Klick-Organs. Denn wenn die Tiere sterben, fallen die Luftkanäle zusammen. Dadurch verliert auch das Stimmorgan die Stabilität. Bisherige Abbildungen waren deshalb sehr ungenau. Einem Walforscher aus Köln ist es vor vier Jahren jedoch mithilfe eines 3D-Computers gelungen, ein Modell zu erstellen. Dieses Modell war viel präziser als alles zuvor. "Der Forscher hat uns einen Vortrag im Rahmen der 2016 gestrandeten Wale gehalten und dort die Bilder gezeigt", erzählt Eckehard Bockwoldt vom Multimar Wattforum. Die Bilder überlies der Forscher dem Wattforum.

Eins der lautesten Tiere

Ein Modellbauer konnte auf dieser Basis bauen. So entstand das neue Innenleben für die Pottwal-Nase. Und so funktioniert es: Der Schall wird reflektiert und landet im unteren Teil, dem sogenannten Junk. "In diesem Junk wird der Schall gebündelt. Das kann man sich vorstellen wie bei einem Laserstrahl", erklärt Bockwoldt. Ähnlich wie bei einer Fledermaus kann der Wal sich dann mit diesem Klickgeräusch orientieren. 200 Dezibel ist der Klick laut und damit ist der Wal eines der lautesten Tiere der Welt. Im Multimar Wattforum können die Besucher anhand des Modells jetzt nachvollziehen, wie das alles funktioniert.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 24.11.2018 | 19:30 Uhr

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