Ein Deichkind auf neuen Wegen: Kinder-Rock aus Malente

Stand: 03.02.2021 15:04 Uhr

Mit "Achtung Kokosnuss!" bringt der Deichkind-Frontmann Sebastian Dürre mitten in der Corona-Zeit ein neues Album heraus: Mit einer neuen Band, der Zuckerblitz Band - von Kindern für Kinder.

von Naïs Marie Baier

Bekannt wurde er mit einem blinkenden Dreieck auf dem Kopf: Als "Porky" von der Hamburger Hip-Hop- und Elektropunk-Band Deichkind steht Sebastian Dürre normalerweise vor Tausenden auf der Bühne. Zwischen den Auftritten zieht er sich auf seinen Hof in der Nähe von Malente zurück - Kontrastprogramm zum schrillen Bühnenleben. "Ich habe mich hier verliebt in die Stille und die Luft. Die Leute sind gut schrullig, mag ich auch gerne", sagt der gebürtige Hamburger. "Ich war eigentlich immer ein City-Mensch, aber die Stille hat nach den Touren und nach den Festivals so gebrüllt, dass ich gedacht habe: 'Ey, das willst du nicht mehr aufgeben.'" Zurzeit verbringt Dürre hier mehr Zeit als geplant - 50 von 70 Deichkind-Konzerten mussten im vergangenen Jahr wegen Corona abgesagt werden.

Familienprojekt aus Zufall

Dafür bleibt auch mehr Zeit für sein neues Projekt, das Dürre gemeinsam mit seinem Freund Mario Wesser, auch Malo genannt, vor drei Jahren ins Leben rief: Die Zuckerblitz Band - eine Kinderrockband und Zufallsprodukt eines gemeinsamen Familienurlaubs. "Wir haben nicht geplant: 'Wir machen jetzt Kindermusik", sondern das kam alles eins zum anderen", erzählt Dürre. Im Winter 2017 besucht er seinen langjährigen Freund Malo auf Hawaii. Die beiden Musiker sind seit Anfang der 2000-er Jahre befreundet, jetzt lernen sich auch ihre Familien kennen. "Wir haben uns die Inseln angeguckt und haben uns tierisch amüsiert, was die Kids auf der Rückbank bei diesen täglichen Trips so von sich geben. Und dann ist bei uns als Autoren eigentlich sofort der Songwriter-Modus angesprungen." Die spontane Urlaubsidee hält auch dem Studiotest stand - am 30. Oktober 2020 erschien das Album "Achtung Kokosnuss!" mit 13 Liedern, gesungen von Dürre, Malo und ihren Kindern.

Kinderperspektive statt Kindererziehung

Eine bunte Mischung aus Rock, Metal und Ska - laut, hart und echt soll es sein. "Ich finde, unsere Platte reiht sich da ganz gut in eine Kindermusiksammlung ein und kommt dann immer dann gut zur Geltung, wenn alles andere zu langweilig wird", sagt Malo. "Es will nichts und die Inhalte wollen nicht erziehen", ergänzt Dürre. "Deshalb ist das einfach ein geniales Album für Jung und Alt." Zu drei Liedern haben sie auch Musikvideos gedreht - unter anderem in Ostholstein, auch wieder als Familienprojekt. Ein Herzensding, wie Sebastian Dürre sagt - jetzt möchte er sich aber erst mal wieder auf Deichkind konzentrieren.

Benedikt Stubendorff und Oliver Krahe © NDR Foto: Janis Röhlig
AUDIO: Kunst mich mal! Porky aka Sebastian Dürre von der Band Deichkind (31 Min)
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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.02.2021 | 19:30 Uhr

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