Stand: 12.12.2016 19:31 Uhr

Doch keine Abschiebung: Bujar darf bleiben

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Bujar Krasniqi aus dem Kosovo sollte abgeschoben werden. Jetzt gibt's Entwarnung.

Bujar Krasniqi aus dem dem Kosovo lebt seit rund eineinhalb Jahren in Lensahn (Kreis Ostholstein). Eigentlich hatte auf eine Duldung gehofft. Aber in der vergangenen Woche erhielt er einen Brief von der Ausländerbehörde, in dem ihm angekündigt wurde, dass er abgeschoben werden soll. Am Montag stellte sich heraus: Die Behörde hat einen Fehler gemacht. Bujar Krasniqi darf vorerst in Deutschland bleiben. Ein Wechselbad der Gefühle: "Bujar war sehr aufgeregt", sagt sein Fußballtrainer Christian Ippig NDR 1 Welle Nord. "Jetzt geht es Bujar gut und er freut sich sehr. Und wir im Verein freuen uns natürlich auch sehr, dass er bei uns bleiben kann." Viele Lensahner hatten mit Bujar gezittert.

Erhält Krasniqi Bleiberecht?

In Lensahn macht Bujar Krasniqi eine Ausbildung zum Maler. Außerdem spielt er Fußball bei den Herren des TSV Lensahn. Sein Trainer ist der Meinung, dass Krasniqi integriert ist. Er hofft, dass sein Schützling auch in Deutschland bleiben darf, wenn er seine Lehre beendet hat. "Er hat sehr gute Zeugnisse und der Ausbildungsbetrieb ist sehr zufrieden mit ihm", sagt Christian Ippig. Und wenn er im Ausbildungsbetrieb übernommen wird, hätte er einen Anspruch, weitere zwei Jahre geduldet zu werden. Dann wäre er fast so lange in Deutschland, dass er das Bleiberecht erhalten kann.

"Total hilfsbereit und integrationswillig"

Die Mannschaft des TSV Lensahn setzte sich dafür ein, dass ihr Mitspieler bleiben darf. Die Spieler sprechen von einem feinen Kerl, "total hilfsbereit und integrationswillig". Bei Facebook forderten sie, dass er bleiben darf. Ein Mannschaftskamerad lud ihn letztes Jahr im Sommer nach Hause zum Essen ein. Dessen Mutter half beim Deutschlernen. Und sie half auch, dass Bujar Krasniqi eine Lehrstelle als Maler fand.

Angst vor Blutrache

Bujar Krasniqi hat Angst vor einer möglichen Blutrache in seinem Heimatland. Vor zwei Jahren erschoss sein Bruder einen Albaner - stellte sich danach sofort der Polizei, erzählt Krasniqi. Der Bruder wurde verurteilt. Aus Angst vor der albanischen Familie gingen die Brüder nicht mehr zur Arbeit oder auf die Straße. Sie versteckten sich im Keller. "Wir wollten uns erst mit denen treffen und reden, um uns für unseren Bruder zu entschuldigen. Aber die haben gesagt, dass wir für den Tod büßen müssen", erzählt Krasniqi. Danach wollte er mit seinem Bruder nur noch weg, "so weit wie möglich".

Weitere Informationen

Lensahn kämpft für Flüchtling: Bujar soll bleiben

Der Kosovare Bujar ist in Lensahn gut integriert. Er macht eine Ausbildung und spielt Fußball im Verein. Damit er nicht abgeschoben wird, macht sich der TSV Lensahn für den Flüchtling stark. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 12.12.2016 | 16:40 Uhr

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