Stand: 21.02.2020 19:51 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Die Landwirte und die Sorgen um die Böden

Die vergangenen Jahre waren zu trocken, jetzt ist es nass - mancherorts vielleicht sogar zu nass: Wilken von Behr, Verwalter des Guts Rixdorf in Lebrade (Kreis Plön) stapft in Gummistiefeln über ein Feld mit Winterweizen. Auf dem Acker haben sich durch die vielen Regenfälle der vergangenen Wochen kleine Teiche gebildet. Mit dabei ist auch der Berater der Landwirtschaftskammer, Henning Schuch. Gemeinsam stellen sie fest: Oben ist es sehr nass, in den Tiefen fehlt der Sauerstoff. Die Wurzeln leiden darunter.

Immerhin: Die Drainage funktioniert, das Wasser erreicht auf dem Feld in Lebrade die tiefen Bodenschichten und läuft ab. Aber es geht nicht schnell genug, die Pflanzen hier bekommen nicht genug Luft. "Der Lufthaushalt im Boden - das ist das Kriegsentscheidende", sagt Wilken von Behr.

Düngen geht gerade nicht

Insgesamt sind die Böden derzeit für Landmaschinen noch viel zu nass. Düngen fällt deswegen aus, obwohl der Weizen das jetzt dringend bräuchte, sagt der Gutsverwalter. Auf dem Feld nebenan steht Gerste. Sie entwickelt sich gut, obwohl auch dieser Boden nass ist. Das Feld liegt höher und der Boden ist so locker, dass er das Wasser gut und schnell in die tieferen Schichten transportiert.

Experte rät: "Nerven behalten"

Normalerweise lockert auch tiefer Bodenfrost die Erde auf und sorgt für die richtige Luft-Wasser-Mischung. Diesen Frost gab es in den vergangenen Wintern aber nicht. Von Behr will die nassen Böden jetzt nicht auch noch mit schweren Treckern verdichten. Er muss also geduldig sein. Oder wie Henning Schuch es ausdrückt: "Hier muss man Nerven behalten und abwarten." Von Behr hätte den ganzen Regen der vergangenen Wochen lieber über das Jahr verteilt gehabt. Der Gutsverwalter befürchtet, dass es schon wieder ein trockenes Frühjahr geben könnte, und dann wäre zu wenig Wasser für die Pflanzen da.

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Wiesen und Felder sind am Flusslauf der Alster bei Naherfurt nahe Kayhude überschwemmt. © dpa-Bildfunk Foto: Christian Charisius

Dauerregen - und trotzdem trockene Böden

Auch wenn es seit Wochen überdurchschnittlich viel regnet: Für den Boden in Schleswig-Holstein reicht es noch lange nicht aus. Er leidet weiter unter den Folgen der Dürre 2018. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.02.2020 | 19:30 Uhr

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