Stand: 14.03.2020 18:11 Uhr

Coronavirus: Wichtige Fragen und Antworten für Arbeitnehmer

Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben immer weiter ein. Seit Freitag (13.3.) ist klar, dass ab Montag (16.3) Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein geschlossen bleiben. Das Land will damit die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Viele berufstätige Eltern müssen jetzt die Betreuung der Kinder organisieren - denn sie selbst müssen zur Arbeit. Das sorgt für viele Fragen. Lone Rotermund, Juristin und Leiterin der Rechtsabteilung beim Unternehmensverband Kiel e.V., beantwortet die Fragen, die uns am häufigsten erreicht haben.

Müssen berufstätige Eltern Urlaub nehmen, um auf ihre Kinder aufzupassen?

Natürlich können sich Arbeitnehmer mit den Arbeitgebern auf einen Urlaub einigen. Grundsätzlich empfehlen wir, miteinander zu sprechen. Wir wissen von einigen unserer Mitgliedsunternehmen, dass sie die Mitarbeiter zwei oder drei Tage bezahlt freistellen. Wenn die Betreuung aber über einen längeren Zeitraum erforderlich ist, kann man auch über Urlaub oder den Abbau von Überstunden reden.

Dürfen Kinder mit zur Arbeit gebracht werden?

Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Aber auch da empfehle ich, mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Wenn weder das Kind noch der erwachsene Arbeitnehmer Anzeichen einer Krankheit haben, kann ich mir vorstellen, dass viele Arbeitnehmer nichts dagegen haben, das Kind für ein paar Stunden mitzubringen.

Kann ich meinen Job verlieren, weil ich länger ausfalle, um meine Kinder zu betreuen?

Ich kann meinen Job nicht verlieren, wenn ich mit dem Arbeitgeber spreche und mein Fernbleiben erklären kann. Ich kann nur eine Kündigung oder eine Abmahnung riskieren, wenn ich unentschuldigt fehle. Wenn ich mir denke, der weiß ja, dass ich jetzt die nächsten fünf Wochen nicht kommen kann, dann riskiere tatsächlich meinen Arbeitsplatz.

Wenn ich für 14 Tage in Quarantäne muss, bekomme ich dann weiter Gehalt gezahlt?

Ja, der Arbeitnehmer bekommt bei einer angeordneten Quarantäne weiter sein Gehalt. Er hat ja quasi ein Beschäftigungsverbot, darf nicht arbeiten. Das Geld wird bis zu sechs Wochen fortgezahlt. 

Kann ich freiwillig in Quarantäne gehen, zum Beispiel weil ich mich krank fühle oder ich mich vor einer Ansteckung fürchte?

Nein, man kann nicht einfach nur aus Furcht von der Arbeit wegbleiben. Da muss man dann schon selbst aktiv Urlaub beantragen oder Überstunden abbauen.

Was ist, wenn mein Arbeitgeber aus Vorsicht vor Corona die Mitarbeiter nach Hause schickt?

Wenn der Arbeitgeber sich freiwillig präventiv entscheidet, die Arbeitnehmer nach Hause zu schicken, dann behalten diese grundsätzlich ihren Anspruch auf Entgelt. Alternativ kann der Arbeitgeber auch überlegen, mit den Mitarbeiter, die dafür in Betracht kommen, eine Home-Office-Vereinbarung zu schließen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.03.2020 | 18:00 Uhr

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