Stand: 24.04.2020 19:34 Uhr  - NDR Info

Corona: Wenn Schüler in Dithmarschen Kohl setzen

Konzentriert sitzt Chris Kruse auf dem Traktor, steckt Rosenkohlsetzling um Rosenkohlsetzling in die Setzmaschine. "Am ersten Tag war es noch schwierig, da hab ich ein paar Löcher gelassen, aber jetzt geht's", beschreibt er. Chris Kruse geht eigentlich zur Realschule. Wegen der Corona-Pandemie hat die aber zu. Gleichzeitig suchte Kohlbauer Harm Feil vom Kronprinzenkoog (Kreis Dithmarschen) Helfer. Denn, ebenfalls wegen der Corona-Pandemie, hat er keine Saisonarbeitskräfte aus Polen oder Rumänien bekommen.

Körperlich nicht anstrengend

Harm Feil suchte über Facebook und bekam 25 Bewerbungen. Die geeigneten Bewerber stellte er ein. "Das ist ein richtig lustiger Trupp geworden. Die müssen die Pflanzmaschinen bestücken, das ist körperlich nicht anstrengend, deshalb mit Leuten aus der Region machbar", erklärt er. Nun setzen Neuntklässler sowie Kurzarbeiter Mitte 40 die Setzlinge.

Ernte wieder mit erfahrenen Kräften

Auch Marja Maske ist dabei. Eigentlich wollte sie bis Ende Juni in London als Aupair arbeiten. Dann kam die Krise - und ihre Mutter wollte, dass sie nach Hause kommt. Kohl setzen konnte Marja schon vorher. Im vergangenen Jahr hatte sie das schon einmal gemacht. Die Hilfskräfte bekommen 10 Euro die Stunde. Am 20. Mai müssen sie fertig sein mit dem Setzen des Kohls. Im Januar ist Ernte. Dann arbeiten hier, so hofft Harm Feil, wieder erfahrene Saisonarbeiter. Chris und Marja sind dann in ihrer Ausbildung.

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NDR Info | 24.04.2020 | 14:00 Uhr

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