Stand: 02.07.2020 09:21 Uhr

Corona-Hilfen für NOK-Lotsen

Eine der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt hat ein Problem. Durch die Corona-Pandemie ist die Zahl der Schiffe, die den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) befahren, deutlich zurückgegangen. Nun will der Bund den NOK mit einem Hilfspaket von acht Millionen Euro unterstützen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Mittwoch für den zweiten Nachtragshaushalt entsprechende Finanzhilfen beschlossen.

Befahrungsabgabe entfällt bis zum Jahresende

Einer der Gründe für die Krise des NOK ist der Rohölpreis. Da der niedrig ist, wählen viele Reedereien derzeit den Umweg über Dänemark, statt durch den Nord-Ostsee-Kanal. Aber auch das Coronavirus sorgt für weniger Schiffe, die die Schleusen des Kanals passieren. Denn schon vor Wochen hätte die Kreuzfahrer-Saison losgehen sollen. Das wiederum verursacht deutliche Einnahmeverluste bei den Lotsen im NOK. Diese sollen nun durch das Hilfspaket der Bundesregierung kompensiert werden. Um den Kanal für Reedereien wieder attraktiver zu machen, will der Bund außerdem bis Jahresende auf die Befahrungsabgaben verzichten. Das wären Gebühren in Höhe von 10 Millionen Euro. Laut Bundesfinanzministerium ist die Zahl der Kanalpassagen im April dieses Jahres um 25 Prozent und im Mai um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Lotsen arbeiten freiberuflich

Die Lotsen spielen eine wichtige Rolle für die Seeschifffahrt auf dem NOK. Sie sagen im Bedarfsfall den Kurs der Frachter an, die in der Regel von den Kanalsteurern in die Schleusen des Kanals manövriert werden. Kanallotse und Steurer ergänzen sich somit und gewährleisten als Team eine sichere Kanalpassage. Schiffsführer bleibt der Kapitän. Dabei sind Lotsen nicht fest angestellt, sondern freiberuflich in sogenannten Lotsenbrüderschaften zusammengeschlossen. Sie spüren so die Auswirkungen direkt, wenn weniger Schiffe den NOK befahren.


02.07.2020 09:21 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Lotsen die Kanalfrachter steuern - Steurer blieben unerwähnt. Natürlich sind aber beide Berufsgruppen für das Manövrieren eines Frachters durch den Kanal verantwortlich.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.07.2020 | 18:00 Uhr

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