Stand: 17.10.2019 20:28 Uhr

Westerau: Landwirt hat Kühe mit einer App im Blick

Ein lautes "Muhh" dröhnt aus der Hosentasche von Landwirt Phillip Ellerbrock aus Westerau im Kreis Stormarn. Kurz darauf zückt er sein Handy und guckt auf das Display. Eine Nachricht von seiner App. Über einen Sensor am Schwanz der Kuh erkennt das Programm, wann eine schwangere Kuh kurz davor ist, ihr Kalb zu gebären - und der Landwirt bekommt eine Meldung.

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Digitalisierung im Kuhstall

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Wenn Landwirt Phillip Ellerbrock wissen möchte, wie es seinen Kühen geht, blickt er auf sein Smartphone und ruft eine App auf. Video (02:59 min)

Aber nicht nur, wenn es um die Geburt geht, ist er auf dem neusten Stand. Auch das generelle Befinden seiner Tiere prüft er ganz bequem per Handy. Mit dem sogenannten Vital Tracker der Firma smaXtec kann er gucken, ob eines seiner Tiere eventuell krank wird, ob es genügend getrunken hat oder ob die Kuh besamungsbereit ist.

Die Kühe per App im Blick

Insgesamt sind zehn von 85 Tieren auf seinem Hof mit dem Vital Tracker ausgestattet. Das sei eine große Erleichterung für den Landwirt, betont er. "Eine Kuh macht eine Krankheit mit sich selber aus. Das bekommt man nicht unbedingt mit, da die Tiere sich verkriechen. Die stehen nicht am Gitter und sagen: 'Ich bin krank'." Das macht dafür seine App. Wenn etwas mit der Körpertemperatur nicht stimmt, kann Phillip Ellerbrock das auf dem Smartphone direkt sehen. Das gefiele ihm besonders gut, sagt er begeistert, "je schneller man die Krankheit erkennt, desto besser kann man behandeln. Das ist wie bei uns Menschen. Da ist es auch nicht gut, wenn wir die Krankheit verschleppen."

App arbeitet mit einem Sensor im Kuhmagen

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Der "Vital Tracker" (l.) wird im ersten Magen der Kuh platziert und liefert von dort Daten über das Befinden der Kuh direkt aufs Handy.

Der Vital-Tracker ist wie eine übergroße Pille. Etwa zehn Zentimeter lang und 150 Gramm schwer. Der Tracker wird mit einem sogenannten "Eingeber" hinter die Zunge der Kuh gelegt und dann verschluckt. Dadurch kommt der Sensor in den ersten Kuhmagen, den Pansen. Dort sinkt er auf den Grund des Magens und wird nicht ausgeschieden oder hoch gewürgt.

"Die Digitalisierung auf dem Hof macht die Arbeit einfacher"

Was sich vielleicht im ersten Moment nach Technik-Spielkram anhört, ist für Ellerbrock eine echte Hilfe. "Vom Büro aus hab ich den Stall im Blick. Das ersetzt natürlich nicht meine täglichen Rundgänge, aber es macht meine Arbeit leichter", sagt er freudig. Auch in seinem Umfeld kennt er viele Landwirte, die sich für den digitalen Fortschritt in ihrem Beruf interessieren.

Per App immer die Kühe im Blick

Milchtank soll digital werden

Als nächsten Schritt würde Ellerbrock gerne seinen Milchtank vernetzen. "Ein Sensor, der den Milchstand, die Temperatur und die Inhaltsstoffe meiner Milch jederzeit im Blick hat", das wäre für ihn genau das Richtige. Einen Prototypen mit einer digitalisierten Milchkanne gibt es bereits und vielleicht dauert es gar nicht mehr lange, bis Ellerbrock dann bald auch die Werte seiner Milch ganz bequem über sein Smartphone im Blick hat.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.10.2019 | 19:30 Uhr

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