Stand: 20.01.2020 15:08 Uhr

Brustkrebs-Früherkennung wird digitalisiert

Die Kassenärztliche Vereinigung - kurz KVSH - will das Verfahren zur Brustkrebs-Früherkennung in Schleswig-Holstein beschleunigen. Noch werden pro Jahr 250.000 Befunde und 75.000 Mammographieaufnahmen per Post zwischen Gynäkologen und Radiologen ausgetauscht. Deshalb dauert eine Diagnose laut KVSH zurzeit etwa drei Wochen. Ab März soll der Austausch der Daten digital erfolgen. Ziel ist es, Brustkrebs bei Risikopatientinnen und Frauen mit Verdachtsbefund schneller zu erkennen und damit die Heilungschancen zu erhöhen.

Mammographie-Aufnahmen sind sofort beim Arzt

Ein entsprechender Vertrag zwischen der KVSH und den Krankenkassen für einen Modellversuch wurde am Montag in Kiel vorgestellt. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt, mit der Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre. Das Land unterstützt eQuaMaDi (elektronische qualitätsgesicherte Mamma-Diagnostik) finanziell mit 150.000 Euro, um ein Datenzentrum aufzubauen. Die beteiligten Ärzte haben künftig sofortigen Zugriff auf Befunde, Mammographie- und Ultraschallaufnahmen und andere Behandlungsdaten. Alle Befunddaten werden in einer Fallakte erfasst. Zentral ist dabei ein Mehr-Augen-Prinzip: Zwei Radiologen beurteilen unabhängig voneinander Mammographien und ergänzende Aufnahmen. In der elektronischen Fallakte wird automatisch geprüft, ob beide Radiologen zum gleichen Ergebnis kommen. Wenn nicht, wird der Fall automatisch an das Brustzentrum gesendet.

Garg: Belastende Wartezeit wird kürzer

Die Digitalisierung sei sowohl im Interesse der beteiligten Ärzte als auch der Patientinnen, weil die Prozesse schneller und schlanker würden, sagte die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Monika Schliffke. Durch die digitale Vorsorge werde die häufig belastende Wartezeit auf Untersuchungsergebnisse kürzer, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Falls notwendig, könne mit der Therapie früher begonnen werden. Dies verbessere die Heilungschancen.

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gibt es seit 2005. Beteiligt sind derzeit 380 Gynäkologen, 70 Radiologen und 4 klinische Brustzentren.

 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.01.2020 | 14:00 Uhr

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