Stand: 17.01.2020 20:57 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Brennstoffzellenauto: Tablette als Wasserstoff-Speicher?

Wasserstoff ist nach Meinung vieler Experten der Stoff, aus dem die Klimarettung ist - wenn er bei Autos zum Einsatz kommt. Die Technik ist bis heute nicht ausgereift. Die Speicherung ist ein großes Problem, auch die Reichweite im Vergleich mit herkömmlich betriebenen Fahrzeugen etwas geringer. Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) wollen nun mit einem Pulver aus verschiedenen Leichtmetallen einen Durchbruch erzielt haben. Das weiter entwickelte Hydrid soll als Tablette in den Tank kommen und den Wasserstoff wie ein Schwamm aufnehmen. Mit den Tabletten soll mehr Wasserstoff gespeichert werden können, "sicher und langzeitstabil", wie Professor Thomas Klassen vom Helmholtz-Zentrum versichert.

Tablette soll Druck im Tank von 700 auf 10 bar reduzieren

In Brennstoffzellenfahrzeugen, mit denen viele Forscher experimentieren und in denen das Pulver laut Klassen zum Einsatz kommen könnte, wird Wasserstoff in Strom verwandelt. Dieser treibt den Elektromotor der Autos an. Noch haben diese Fahrzeuge, die teilweise schon in Serie gebaut werden, einen sehr großen Tank mit einer großen Wandstärke. Das liege daran, dass der Druck hoch sei, so Klassen. Das Gas müsse sehr stark komprimiert werden, um überhaupt irgendwie ins Auto zu passen.

Durch die Leichtmetall-Tabletten soll sich der Druck im Tank von 700 auf 10 bar reduzieren. Außerdem wird der Wasserstoff sehr schnell aufgenommen. Ein Tank für 500 Kilometer wäre nach Angaben der Wissenschaftler in zehn Minuten gefüllt.

Forscher kooperieren mit Erdgasnetz-Betreiber von Hamburg

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Thomas Klassen vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht forscht bereits seit Jahren am Wasserstoffantrieb.

Laut den Forschern haben Autokonzerne aus der ganzen Welt mit ihnen Kontakt aufgenommen. Außerdem kooperiert Klassen mit zahlreichen internationalen Wissenschaftlern. Die Geesthachter rechnen damit, dass der Wasserstoffantrieb mithilfe von Brennstoffzellen in Autos in zehn Jahren gang und gäbe ist. Elektromobilität sei ein Baustein, um das Klima zu retten, sagt Klassen.

Im Raum steht noch die Frage, wie schnell Tankstellen mit Zapfsäulen ergänzt werden könnten. Laut Klassen wären die 1.000 Kilometer Hochdruckgasnetz in Hamburg beispielsweise sofort für Wasserstoff nutzbar. Mit dem Erdgasnetz-Betreiber der Hansestadt kooperieren die Geesthachter bereits.

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