Stand: 07.12.2018 10:58 Uhr

Bombe in Kiel gesprengt: Alles andere als Routine

Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes haben am späten Donnerstagabend in Kiel-Gaarden eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt - mehr als zwei Stunden später als geplant. "Das hat schon sehr lange gedauert. Es war ärgerlich, dass sich immer wieder Menschen in dem Gebiet aufgehalten haben", sagte Polizeisprecher Oliver Pohl. Die Polizei nennt sie in ihrem Facebook-Eintrag später die "Uneinsichtigen". Eigentlich sollten alle Anwohner das Gebiet im betroffenen 500-Meter-Radius im Bereich Pickertstraße/Katzheide bis zum frühen Abend verlassen. Aber immer wieder befanden sich noch Personen im Sperrgebiet. Erst gegen 22.15 Uhr konnten die Experten mit ihrer Arbeit beginnen. Kurze Zeit später war die Bombe dann gesprengt. "Wir sind sehr, sehr erleichtert. Alle haben professionell gearbeitet", lobte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer alle Helfer.

Tückischer Zünder: "Gefährlichste Bombe seit Jahrzehnten"

Für den Kampfmittelräumdienst war es ein ungewöhnlicher Einsatz. Die 250-Kilogramm-Bombe lag in vier Metern Tiefe. Sie konnte nicht entschärft werden, weil sie über einen Langzeitzünder verfügte und der Schlagbolzen bereits vorgespannt war. "Das war eine der gefährlichsten Bomben der vergangenen Jahrzehnte", sagte Pohl. Die Bombe hätte jeder Zeit explodieren können. Entsprechend vorsichtig gingen die Spezialisten vor: Die Feuerwehr flutete den Fundort mit 20 Tonnen Wasser und legte zwei Wasserkissen auf die Bombe, um die erwartete Wucht der Explosion so stark wie möglich abzumildern.

Altenheim wurde evakuiert

Die Stadt hatte eine Sammelunterkunft in der Ellerbeker Schule im Klausdorfer Weg 62 eingerichtet. Dort warteten etwa 200 Menschen, dass sie wieder in ihre Wohnungen zurück konnten. Auch ein Altenpflegeheim musste evakuiert werden. Nach erfolgter Sprengung konnten die Anwohner zurück. Auch die Straßensperrungen wurden aufgehoben.

Die Bombe wurde vermutlich am 23. Juli 1944 über Kiel abgeworfen. Damals ließen 612 alliierte Bomber eine Bombenlast von 3.158 Tonnen an der Förde fallen.

 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.12.2018 | 12:00 Uhr

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