Blumen-Stau bei Gärtnereien in Schleswig-Holstein

Stand: 11.02.2021 12:37 Uhr

Millionen Frühlingsblumen wachsen momentan in den zahlreichen Gewächshäusern der Gärtnereien - auch in Schleswig-Holstein. Corona-bedingt haben die Gärtnereien aber geschlossen, die Blumen werden kaum verkauft.

Andreas Rahlf ist Gärtnermeister in Scharbeutz (Ostholstein) und stolz auf seine Blumen: "Das sind die schönsten Primeln der vergangenen Jahre." Aber leider bekämen das nicht viele Menschen mit. Noch pflegt er sie, in der Hoffnung, noch einen Teil der Pflanzen loszuwerden. Vor gut einer Woche hat der Gärtnermeister in dem Gewächshaus, in dem die Primeln wachsen, die Heizung angeworfen, um die Pflanzen vor Frost zu schützen. Er weiß aber nicht, ob das richtig war. Die ersten Sorten fangen jetzt schon an zu verblühen: "Die könnte man natürlich anfangen rauszusammeln, aber momentan fehlt mir da auch die Perspektive. Soll ich da nochmal Arbeit investieren - oder verschenken und vernichten wir die sowieso?"

"Die Arbeit ist schon bezahlt"

Die Blumen kosten am Ende zwischen 99 Cent und 1,29 Euro. Großhändler bezahlen knapp 50 Cent. So viel hat Andreas Rahlf in dieser Saison schon mindestens in jede Pflanze investiert. "Im September fangen wir mit den Primeln, also mit den Jungpflanzen an. Das alles, bis zu dem Zeitpunkt heute, ist schon bezahlt. Also die Erde, der Topf, die Pflege, die ganze Arbeit. Und jetzt sollte es mit dem Verkauf losgehen."

Hunderte Primeln verschenkt

3.000 Primeln musste er bereits aussortieren und kompostieren. Einige hundert haben er und sein Team verschenkt - unter anderem auch an Alten- und Pflegeheime. Andreas Rahlf hofft, dass er und andere Pflanzenmärkte bald wieder öffnen können, damit ein Teil seiner Primeln doch noch verkauft werden kann und sie nicht weggeworfen werden müssen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.02.2021 | 19:30 Uhr

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