Finanzministerin Monika Heinold präsentiert den Entwurf für den Haushalt 2021. © dpa-Bildfunk Foto:  Christian Charisius

Bildung, Polizei und Justiz: Land plant zusätzliche Stellen

Stand: 22.01.2021 17:21 Uhr

Schleswig-Holstein will insgesamt 474 zusätzliche Stellen schaffen. Finanzministerin Monika Heinold kalkuliert mit zusätzlichen Kosten von rund 25 Millionen Euro pro Jahr.

Vor allem in den Bereichen Bildung, Digitalisierung, Polizeinachwuchs und Justiz soll das Personal aufgestockt werden. Monika Heinold sagte, sie habe lange überlegt, ob es richtig sei, zusätzliche Stellen zu schaffen. Am Ende sei klar gewesen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, sagte die Grünen-Politikerin. "Eine starke Landesverwaltung ist unsere Antwort auf die Krise." Das Land brauche mehr Personal, besonders in den Schulen. "Wir müssen weiter digitalisieren und dort unterstützen, wo wir die Stärken unseres Landes voll ausspielen können", sagte Heinold.

250 neue Stellen sollen das Schulwesen stärken

Mit 250 der zusätzlichen Stellen aus der "Nachschiebeliste" will die Regierung die Bildung stärken, um die Digitalisierung des Unterrichts und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) zu unterstützen. Einzelheiten wird das Bildungsministerium noch bekannt geben. Fest steht aber bereits, dass 23 Stellen für die Ausbildung von Nachwuchskräften vorgesehen sind. Heinold bezeichnete die Herausforderungen an den Schulen und in der Verwaltung als riesig, die Fülle an Aufgaben habe stark zugenommen. "Die Pandemie zeigt uns in voller Härte, dass wir einen handlungsfähigen Staat brauchen. Das ist nur mit mehr Personal zu schaffen", sagte die Finanzministerin.

Viele Landesmitarbeiter gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand

Heinold erläuterte, dass in den kommenden zehn Jahren etwa ein Drittel der Landesbeschäftigten in den Ruhestand gehen werden, daher sei die Schaffung der neuen Stellen in einer finanziell schwierigen Phase zu verantworten: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um junge Menschen für den öffentlichen Dienst zu gewinnen." Schon im vorigen Haushaltsentwurf hatte das Land 327 neue Stellen für Polizei, Justiz und Steuerverwaltung eingeplant.

GEW zufrieden

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) findet es gut, dass zusätzliche Stellen im Bereich Bildung und digitaler Unterricht geschaffen werden - dort, wo es Bedarf gibt. Den sieht auch die Präsidentin des Landesrechnungshofes, Gaby Schäfer. Nur passt aus ihrer Sicht ein derart hoher Zuwachs an Stellen nicht zu künftigen Finanzierungslücken, die es zu schließen gelte.

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Monika Heinold, Bündnis 90/Die Grünen.

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