Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca steht in Kartons in einem Kühlschrank. © picture alliance / empics Foto: Yui Mok

AstraZeneca: Schleswig-Holsteiner offenbar weniger skeptisch

Stand: 26.02.2021 14:02 Uhr

Seit dieser Woche wird in den Impfzentren in Schleswig-Holstein wieder gegen Corona geimpft - mit dem AstraZeneca Impfstoff.

Allzu große Skepsis gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff, wie er aus einigen Teilen Deutschlands gemeldet wird, gibt es in Schleswig-Holstein offenbar nicht. Bisher wurden laut dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium 52.800 Impfdosen von AstraZeneca nach Schleswig-Holstein geliefert. Rund ein Viertel wurde den Angaben zufolge schon an Menschen mit der Impfpriorität 1 verimpft.

Seit vergangener Woche können sich alle, die zur Impfprioriät 1 gehören und unter 65 sind für Impftermine im März online anmelden. Laut Gesundheitsministerium sind für die kommende Woche die meisten Termine ausgebucht. Bisher ist es laut Ministerium so, dass die, die sich anmelden, auch kommen. Bis Ende März sind allerdings noch weit mehr als 10.000 Termine frei.

Feuerwehr Kiel telefoniert Liste ab

Dennis Kramkowski von der Kassenärztlicher Vereinigung (KVSH) sagt, bisher hätten er und sein Team im Impfzentrum Kiel mit Patienten keine großen Diskussionen um den AstraZeneca Impfstoff geführt. Und es sei bisher keine einzige Impfdosis weggeworfen worden. Die Feuerwehr Kiel führe eine Liste mit Personen aus der ersten Impfkategorie, die abtelefoniert werde - wenn abends ein oder zwei Impfdosen übrig blieben. Auch niedergelassene Ärzte wurden so unter anderem bereits geimpft. Das sei zwar aufwendig, aber es funktioniere. So oder so ähnlich gehen nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein auch die anderen Impfzentren im Land vor.

Garg: Hausärzte sollten so schnell wie möglich impfen

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) hat sich zusätzlich dafür ausgesprochen, dass auch die niedergelassenen Ärzte so schnell wie möglich mit einem geeigneten Impfstoff, Impfungen gegen Corona übernehmen. "Das kann man aufgrund der Lager- und Transporteigenschaften definitiv mit dem AstraZeneca-Impfstoff", sagte er. "Es macht aber auch keinen Sinn, zu wenige Impfdosen auf zu viele Ärzte zu verteilen." Dann bekäme bundesweit jeder Arzt vielleicht fünf Impfdosen. Das müsse aber ein ausgewogenes Verhältnis sein. "Dann ist es, glaube ich, schon richtig, so schnell wie möglich ins Regelsystem überzugehen", sagte Garg angesichts des bisherigen Mangels an Impfstoff insgesamt. Regelsystem bedeutet, dass die Hausärzte impfen. Derzeit geschieht das überwiegend in Impfzentren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.02.2021 | 14:00 Uhr

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