Stand: 24.03.2020 15:12 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Albrecht: "Nährstoffüberschüsse dringend reduzieren"

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Laut Umweltministerium belasten die Nährstoffüberschüsse Grundwasser, Oberflächen- und Küstengewässer weiter stark.

Die Nährstoffüberschüsse in Schleswig-Holstein sind in den vergangenen Jahren nicht gesunken. Und sie belasten Grundwasser, Oberflächen- und Küstengewässer weiterhin stark. Das geht aus dem zweiten Nährstoffbericht des Landes hervor. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat ihn gemeinsam mit Prof. Friedhelm Taube und Prof. Christian Henning von der Christian-Albrechts-Universität am Dienstag in Kiel vorgestellt. Der Bericht beschreibt die Entwicklung der Stickstoff- und Phosphorströme für den Zeitraum von 2007 bis 2017. Das Jahr 2018 wurde in dem Bericht wegen der extremen Trockenheit bewusst nicht betrachtet.

Datengrundlage bis Ende 2017

Untersucht wurde die Entwicklung der Nährstoffströme bis Ende 2017, jüngste Entwicklungen im Düngerecht sind noch nicht berücksichtigt. "Der Bericht zeigt klar, dass sich die Nährstoffsituation leider nicht gebessert hat. Das ist ein alarmierender Befund. Wir müssen die Nährstoffüberschüsse dringend reduzieren, um sowohl die Gewässer zu schützen als auch zum Klimaschutz beizutragen", sagte Albrecht. Die anstehende Novellierung der Düngeverordnung im Bund könne wichtige Akzente setzen. Zur Verringerung der Eintragssituation seien gemeinsame Anstrengungen der Landwirtschaft und der Verwaltung nötig, so Albrecht. Schon jetzt wird die Landwirtschaft durch die Gewässerschutzberatung unterstützt. Außerdem wird zurzeit an einem Förderprogramm zum Bau von ausreichend Lagerkapazitäten und Düngeausbringungstechniken gearbeitet.

Wirtschaftsdünger effizienter nutzen

Im Bericht heißt es, eine wichtige Maßnahme in der Praxis sei es unter anderem, vorhandene Wirtschaftsdünger wie Gülle und Gärreste effizienter in der Düngung zu nutzen und auf den Zukauf von Mineraldünger zu verzichten. Für Landwirte außerhalb der viehstarken Gebiete müssten weitere Anreize geschaffen werden, damit die Betriebe dort verstärkt Wirtschaftsdünger aufnehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.03.2020 | 16:00 Uhr

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