Stand: 23.05.2019 17:18 Uhr

AfD-Kandidat Flak will ein Europa der Nationalstaaten

Wie viel Mitspracherecht hat Schleswig-Holstein in der EU? Wir fragen die sieben schleswig-holsteinischen Spitzenkandidaten, die für CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, AfD und Piraten bestplatziert ins Rennen gehen: Was wollen sie bewegen in Europa? Wie sind ihre konkreten politischen Ziele? Und wie wollen sie sich Gehör verschaffen im Europäischen Parlament? In fünf Minuten sollte jeder Kandidat möglichst viele Fragen der NDR Landespolitik-Korrespondenten Julia Stein und Stefan Böhnke beantworten. Heute im Interview: Julian Flak von der AfD.

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Julian Flak, Spitzenkandidat der AfD Schleswig-Holstein für die Europawahl, hat mit Listenplatz 22 kaum eine Chance auf einen Sitz im Europaparlament.

Spannend wird am kommenden Sonntag, wie die Nationalisten und Rechten bei der Europawahl abschneiden. Sie machen klar Stimmung gegen die EU. So auch die AfD. Für den schleswig-holsteinischen Landesverband kandidiert Julian Flak. Der 36-Jährige kam auf dem Bundesparteitag der AfD aber nur auf Platz 22 - und hat nach aktuellen Umfragen damit keine Chance ins Europaparlament einzuziehen.

Flak kandidiert für das Europaparlament - und das obwohl seine AfD dieses Parlament auflösen will: "Wir wollen das Parlament abschaffen, weil wir es für undemokratisch halten und weil es auch ein typisches Zeichen eines Staates ist. Wir brauchen kein Parlament in einer Interessen- und Wirtschaftsgemeinschaft, wie wir sie uns vorstellen."

AfD will anderes Europa

Solange es dieses Parlament allerdings gebe und Entscheidungen treffe, wolle auch die AfD vertreten sein, begründet Flak seine Kandidatur. Die AfD will ein anderes Europa: Sie will ein Europa der Nationalstaaten und keinen europäischen Superstaat, keine europäische Armee oder einen europäischen Außenminister. Die Zusammenarbeit im Handel zum Beispiel solle aber fortgesetzt werden, sagt Julian Flak. "Der Bereich Handel funktioniert: Handel und Binnenmarkt im Großen und Ganzen. Und das ist auch wichtig für unsere Position im weltweiten Handel gegenüber den USA. Aber auch gegenüber China und anderen eine starke Position zu haben, das funktioniert gut."

Die AfD will Entscheidungskompetenzen aus Brüssel zurückholen. Die Nationalstaaten sollten beispielsweise über die Verteilung von Agrarsubventionen entscheiden. Seinen eher schlechten Listenplatz erklärt Flak damit, dass der eher kleine schleswig-holsteinische Landesverband auf dem Bundesparteitag nicht so viele Delegierte stelle wie große Verbände.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.05.2019 | 19:30 Uhr

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