Abschied von Trischen: Vogelwartin packt für zu Hause

Stand: 05.10.2021 07:20 Uhr

Seit dem Frühling war eine 16 Quadratmeter große Hütte auf Stelzen ihr Zuhause. Jetzt laufen für die Vogelkundlerin Anne Evers die letzten Tage auf der Insel Trischen im Wattenmeer.

Solarstrom vom Hüttendach, ein kleiner Ofen für kalte Tage, Lebensmittel und Wasser einmal pro Woche vom Inselversorger. "Das Leben auf Trischen ist denkbar einfach", sagt Anne Evers. "Da merkt man schnell, mit wie wenigen Dingen man doch im Leben gut auskommen kann." Es sind für sie die letzten Tage, um nochmal Vögel auf dem Weg in ihr südliches Winterquartier zu beobachten. In wenigen Tagen geht es für sie an Bord des Versorgers zurück nach Meldorf (Kreis Dithmarschen).

Vögel, Insekten und auch Pflanzen gezählt

Für Anne Evers war es nach 2020 schon der zweite Trischen-Einsatz für den Naturschutzbund (NABU). Seit Jahren dokumentieren die Naturschutzwarte die Vogelwelt auf der Insel. Sie erfassen Zug-, Rast- und Brutvögel, aber auch Pflanzen und Insekten. Auf Trischen brüteten in diesem Jahr 24 verschiedene Vogelarten mit insgesamt 4.631 Brutpaaren. Neben den Vögeln wurden 78 Pflanzenarten und über 40 Insektenarten registriert. Und die Vogelwarte halten auch fest, wie sich die Insel Trischen selbst verändert.

Ein ganz besonders wilder Ort

"Trischen wird seit Jahren immer kleiner und verengt sich an den Insel-Enden, wo tiefe Fahrwasser den Korpus der Insel begrenzen", erklärt Evers. Die Form der Insel werde immer runder. Die Vogelwarte sind die einzigen menschlichen Bewohner auf Trischen und es gibt auch keine Maßnahmen zum Küstenschutz. Deshalb entwickelt sich die kleine Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer seit über 70 Jahren auf natürliche Weise. Die Vögel und Pflanzen hier finde man auch anderswo, sagt Evers. "Aber ein Ort, der so wild ist, nur von Wind und Wasser geformt - das ist etwas ganz Besonderes." Festgehalten hat sie viele ihrer Momente dort in einem Blog.

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Dieses Thema im Programm:

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