Stand: 06.09.2018 16:27 Uhr

AKW Brunsbüttel: Spatenstich für Zwischenlager

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Spatenstich für das Zwischenlager im Atomkraftwerk Brunsbüttel.

Bislang gibt es wenig Erfahrungen mit dem Rückbau von Atomkraftwerken in Deutschland. In Stade in Niedersachsen wird seit Jahren zurückgebaut und es wird wohl noch Jahre dauern. Das Atomkraftwerk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist seit elf Jahren vom Netz. Seit 2012 läuft hier das Rückbauverfahren, von außen ist noch fast nichts zu sehen. Bis jetzt - denn um das strahlende Vermächtnis der Stromerzeugung abzureißen, muss Betreiber Vattenfall nachweisen, dass keine Strahlung in die Umwelt gelangen kann. Daher haben auf dem Gelände des ehemaligen AKWs am Donnerstag die Bauarbeiten für ein weiteres Zwischenlager begonnen.

Zwischenlager für den Abriss

Alte Bauteile aus dem Rückbau des AKW, die schwach - und mittelradioaktiv strahlen, sollen künftig im diesem neuen Zwischenlager eingelagert werden. Das Zwischenlager am AKW Brunsbüttel soll in zwei Jahren in Betrieb genommen werden. Beim Bau müsse das Prinzip Sicherheit vor Schnelligkeit an erster Stelle stehen, sagte der Leiter der Atomaufsicht im Umweltministerium Jan Leonhard Backmann. Außerdem müsse die Öffentlichkeit über den gesamten Rückbau-Prozess informiert werden: "Wir halten Bürgerbeteiligung für sehr wichtig." So hätten bisher Besichtigungen stattgefunden, außerdem sei die Freimesseinrichtung in der Anlage demonstriert worden. "Wir wünschen uns, dass das fortgesetzt wird, und zwar über den vollen Rückbauzprozess", sagte Backmann.

In dem neuen Lager in Brunsbüttel soll der Müll voraussichtlich bis 2027 gelagert werden. Dann ist voraussichtlich das bundesweite Endlager niedersächsischen Schacht Konrad bei Salzgitter fertig.

Rostfässer mit Atommüll im Keller

In dem neuen Zwischenlager sollen dann auch mehr als 600 stark verrostete Fässer mit Atommüll gelagert werden, diese waren im Februar 2016 in den Kavernen des Kraftwerks gefunden wurden. Die Fässer lagern bis zur Fertigstellung des neuen Zwischenlagers in entlagergerechte Gebinde auf dem Kraftwerksgelände - mit Sondergenehmigung des Umweltministeriums in Kiel.

Genehmigung für eigentlichen Rückbau in Aussicht

Mit der Genehmigung für den eigentlichen Rückbau des Kraftwerks kann Betreiber Vattenfall wohl noch in diesem Jahr rechnen, das stellte Backmann am Donnerstag in Aussicht. Der gesamte Rückbau des AKW Brunsbüttel soll laut Betreiber Vattenfall in zehn bis 15 Jahren abgeschlossen sein.


07.09.2018 12:01 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass mehr als 600 stark verrostete Fässer mit Atommüll bis zur Fertigstellung des neuen Zwischenlagers in Castoren gelagert werden. Das stimmt nicht. In Castoren werden Brennelemente gelagert. Die Rostfässer kommen in entlagergerechte Gebinde. Wir haben es korrigiert.

 

Weitere Informationen

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Seit 2003 ist das AKW Stade bei Hamburg außer Betrieb. Es sollte schon längst nicht mehr existieren, doch unerwartet hohe Strahlenwerte verzögern den Rückbau der Anlage. (22.03.17) mehr

 

 

 

 

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.09.2018 | 19:30 Uhr

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