Stand: 19.01.2019 17:36 Uhr

Protest gegen Brennelementefabrik in Lingen

Rund 180 Menschen haben in Lingen demonstriert, unter anderem für die Stilllegung der Brennelementefabrik.

In Lingen (Landkreis Emsland) haben am Sonnabend rund 180 Atomkraftgegner gegen die Brennelementefabrik protestiert. Die Organisatoren hatten nach eigenen Angaben nur mit etwa 100 Teilnehmern gerechnet. Die Demonstranten forderten das Aus für die Fabrik sowie für die Urananreicherungsanlage im nahe gelegenen Gronau (Nordrhein-Westfalen). Bei der Demonstration kletterten zwei Frauen offenbar verbotenerweise auf das Vordach des neuen Rathauses und entrollten dort ein Transparent.

Umweltministerium soll Fragen beantworten

In einem Labor der Brennelementefabrik hatte es am 6. Dezember gebrannt. Seitdem ruht dort die Produktion. Gegner der Fabrik hatten nach dem Zwischenfall eine Liste mit Fragen an das niedersächsische Umweltministerium geschickt. Unter anderem wollen sie wissen, ob der Einsatz eines brennbaren Tisches in einem solchen Labor erlaubt ist. Das Ministerium hat schriftliche Antworten angekündigt. Der Werksleiter der Anlage teilte mit, die Ausrüstung des Labors habe den geltenden Zulassungsbestimmungen entsprochen.

Von Lingen aus werden auch Atomkraftwerke im Ausland beliefert, darunter die umstrittenen Reaktoren Tihange und Doel in Belgien sowie Fessenheim und Cattenom in Frankreich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.01.2019 | 18:00 Uhr

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