Stand: 28.09.2018 15:00 Uhr

Moorbrand: Irreführende Antworten aus Berlin?

Mehr Fragen als Antworten? Der Moorbrand auf einem Testgelände der Bundeswehr - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) versprach bei ihrem Besuch im Emsland umfassende Aufklärung, wie es zu dem Feuer bei Meppen kommen konnte. Doch die Bundestagsabgeordneten aus der Region sind nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen unzufrieden mit dem bisherigen Krisenmanagement. Das Ministerium informiere irreführend und widersprüchlich, kritisieren etwa Jens Beeck (FDP) und Katja Keul (Grüne). Ein Beispiel: Die Bundesregierung gibt an, dass das Verteidigungsministerium am 4. September über den Ausbruch des Brandes informiert worden sei. Doch warum, fragen sich Beeck und Keul, haben die Streitkräfte erst zehn Tage später um Hilfe beim Löscheinsatz ersucht?

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des THW stehen neben einem Wald unweit des brennenden Moorgebiets bei Meppen.

Welches Nachspiel hat der Moorbrand bei Meppen?

Hallo Niedersachsen -

Mehrere Wochen hat der Moorbrand im Emsland Einsatzkräfte und Anwohner in Atem gehalten. Noch immer schwelt das Feuer unterirdisch. Kosten und Schäden können noch nicht abgeschätzt werden.

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Wessen Hubschrauber flog am 3. September?

Weiter antwortete das Ministerium auf eine Frage von Beeck, dass die zweite Löschraupe erst einen Tag nach dem Ausbruch des Brandes und während des Löschens kaputt gegangen sei. Nach Informationen aus dem Krisenstab aber sei diese Löschraupe gar nicht zum Einsatz gekommen, weil sie bereits auf dem Weg dorthin Schaden genommen habe, so Beeck. Widersprüchlich ist auch die Antwort des Ministeriums auf eine Frage von Keul, die wissen wollte, ob es sich um einen Hubschrauber der Bundeswehr handelt oder um einen Hubschrauber von Airbus Helicopters, der die Munition auf dem Gelände getestet hat: Während das Unternehmen in einem Blog bestätigte, dass es ihr Hubschrauber sei, habe der Staatssekretär gesagt, es handele sich um einen Hubschrauber der Bundeswehr.

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Risiko "dramatisch unterschätzt"?

Beeck will das Thema Moorbrand bei der nächsten Sitzungswoche in den Bundestag bringen - voraussichtlich in der nächsten Fragestunde an die Bundesregierung am 10. Oktober. Dazu plädiert er für eine Aufarbeitung im Verteidigungsausschuss, auch wegen der Frage, warum bei Trockenheit überhaupt Waffen getestet werden. Auch Daniela De Ridder (SPD) und Gitta Connemann (CDU), beide ebenfalls Mitglieder des Parlaments, kritisieren die Aufarbeitung. Das Risiko sei offenbar dramatisch unterschätzt worden, so Connemann. Bereits in der Vergangenheit hatte es Kritik an der Kommunikation der Bundeswehr gegeben. Die Armee gelobte daraufhin Besserung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.09.2018 | 11:00 Uhr