Stand: 02.08.2018 12:10 Uhr

Immer mehr Badegewässer wegen Blaualgen gesperrt

Hier darf nicht mehr geschwommen werden: Am Dümmersee sind Blaualgen angespült worden.

Sie gelten als extrem gesundheitsschädigend: Blaualgen. Auch in Badegewässern begünstigt das heiße Sommerwetter deren Entstehung - und das Problem wird immer akuter. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts (LGA) mussten bereits Badeverbote für zehn Stellen in Niedersachsen ausgesprochen werden: zuletzt am Seeburger See im Landkreis Göttingen - der größten natürlichen Wasserfläche in Südniedersachsen - und zwei Badestellen am Dümmer (Landkreis Diepholz). Große Mengen von Blaualgen sind laut Amt dort am Strand angetrieben worden. Für gut 20 weitere Gewässer gelten Warnungen.

Jedes zehnte kontrollierte Badegewässer gesperrt

Aktuelle Badeverbote gibt es nach Angaben des LGA auch an sieben weiteren Stellen. Hier alle aktuell gesperrten Bereiche in der Übersicht:

  • Seeburger See (Landkreis Göttingen)
  • Dümmer: Lembruch, Seestraße
  • Dümmer: Lembruch, Birkenallee
  • Pulvermühlenteich südlich von Hamburg
  • Weichelsee (Rotenburg-Wümme)
  • Badesee Krummendeich bei Stade
  • Ricklinger Siebenmeterteich (Region Hannover)
  • Helenensee: Großenkneten (Landkreis Oldenburg)
  • Thülsfelder Talsperre (Kreis Cloppenburg)
  • Laascher See: Badestelle II (Kreis Lüchow-Dannenberg).
Insgesamt seien damit zehn Prozent der von den Behörden regelmäßig untersuchten Badegewässer gesperrt, sagte die Mikrobiologin Katharina Kohls vom LGA.

Folgen: Erbrechen und Schwindel

Blaualgen sind gefährlich und können Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit auslösen. In Gewässern, für die Warnungen ausgesprochen sind, sollten Badegäste auf eine Verfärbung des Wassers achten, riet Kohls: "Wer in knietiefem Wasser seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte dort nicht baden." Besonders Kinder und Tiere sollten das Wasser nicht schlucken. Für letztere können Blaualgen lebensgefährlich sein: Vergangenen Sommer waren mehrere Hunde und Wildtiere in der Umgebung des Tegeler Sees in Berlin durch Blaualgen-Gifte gestorben.

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Blaualgen florieren bei Hitze

Blaualgen sind Cyanobakterien, die giftige Stoffe bilden. Das Wachstum vermehrt sich insbeondere bei längeren Hitzeperioden. Aber auch andere Faktoren begünstigen das Wachstum, wie landwirtschaftliche Einleitungen oder wenn Abwasser durch Starkregen in Gewässer gespült wird. Anzeichen sind eine grünliche oder bläulich-grünliche Wasserfarbe, Schlierenbildung bis hin zu Algenteppichen mit wolkenartiger Verteilung im Wasser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 01.08.2018 | 09:30 Uhr

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