Stand: 10.05.2019 21:08 Uhr

Bischof Bode von Bruch des Zölibats "geschockt"

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Der Osnabrücker Bischof Bode hat wenig Verständnis für das Vorgehen des Meppener Propstes Blank. (Archivbild)

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist vom Bruch des Zölibats durch den Meppener Propst Dietmar Blank enttäuscht. "Es hat mich persönlich tief getroffen und war auch zunächst einmal ein Schock für mich", sagte Bode am Freitag. Der Propst der Gemeinde St. Vitus hatte den Bischof im Januar um Entpflichtung aus dem Priesterdienst gebeten, um mit einer verheirateten Frau zusammenleben zu können. Nur wenige Tage zuvor hatte Bode der Bitte des 69-Jährigen entsprochen, ihn aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zu versetzen.

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Vorgehen des Propstes sorgt für Unmut

Die Gemeinde war erst nach einer offiziellen Verabschiedung von Blank über die Hintergründe informiert worden. Dieses Vorgehen und auch die Frage, ob der Propst schon länger mit seiner jetzigen Partnerin zusammengelebt habe, hatten zu Unmut geführt. Bode stellte sich am Freitagabend in der Meppener Propsteikirche den Fragen der Gemeindemitglieder. Blank bleibt nach Angaben des Bistums Priester und behält auch seine Pensionsansprüche. Er darf allerdings keine priesterlichen Handlungen mehr vornehmen.

Bode für Aufhebung von Pflichtzölibat

Bischof Bode sagte, dass er eine Aufhebung des Pflichtzölibats für sinnvoll halte. Das werde innerhalb der Bischofskonferenz diskutiert und müsse aber in Übereinstimmung mit Rom entschieden werden. "Das geht nicht im Alleingang und auch nicht in wenigen Monaten", betonte er. Ausgeschlossen bleibe aber, dass zölibatär lebende Priester sich wie im Falle Blank umentscheiden und trotzdem im Dienst bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 10.05.2019 | 07:30 Uhr

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