Stand: 25.07.2020 16:39 Uhr

Bischof Bode kritisiert Vatikan-Papier des Papstes

Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, gibt ein Interview. © picture alliance/dpa Foto: Friso Gentsch
Osnabrücks Bischof Bode hat nicht vor, sich an die Vorgaben aus dem Vatikan zu halten. Rebellion sei das aber nicht.(Archivbild)

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat die neue Vatikan-Instruktion von Papst Franziskus zur Zukunft der Pfarrgemeinden scharf kritisiert. Gemäß dem am Montag veröffentlichen Schreiben aus Rom dürfen nur katholische Priester Leitungsämter in den Gemeinden übernehmen. Das Bistum Osnabrück geht schon jetzt einen anderen Weg. Und das soll auch so bleiben, sagt Bode, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.

"Bei uns ist der Notstand permanent"

Bode ist enttäuscht über den Text aus dem Vatikan. "Für die Laien ist das doch ein Schlag ins Gesicht, weil sie sich nur als Notnagel verstehen können", sagte er dem NDR. Auch das Bistum Hildesheim zeigte sich irritiert. Das Schreiben sei "befremdlich und rückwärtsgewandt", hieß es von dort. Die Unterstützung für die Osnabrücker Katholiken kommt nicht von ungefähr: Bei ihrer Kritik am Vatikan waren sich die beiden niedersächsischen Bistümer in der Vergangenheit sehr oft einig.

Ausnahmen nur in Notsituationen vorgesehen

Frauen und Laien in Leitungspositionen sind im Bistum Osnabrück bereits seit längerem Realität - zum Beispiel in Bad Iburg oder auf den Nordseeinseln Juist, Norderney und Langeoog. Geht es nach Papst Franziskus, dann soll es so aber nicht weitergehen. Leitung gehört in Pfarrershand, heißt es in der römischen Instruktion. Das Papst-Papier lässt allerdings auch Ausnahmen zu: In Notsituationen - zum Beispiel bei zu großem Priestermangel - dürften auch Laien einspringen. Diese Not werde dann im Bistum Osnabrück vermutlich an so manchen Stellen permanent existieren, sagte Bode.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.07.2020 | 07:00 Uhr

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