2G auf dem Weihnachtsmarkt: Osnabrück will genau hinschauen

Stand: 15.11.2021 21:26 Uhr

In Osnabrück ist die Weihnachtsmarkt-Saison eröffnet worden - zu einem Zeitpunkt, an dem die Corona-Inzidenzen rasant steigen und Verschärfungen anstehen. Die Stadt setzt dabei auf 2G.

Alle, die in der Innenstadt zwischen Dom und Rathaus das gastronomische Angebot und auch die Fahrgeschäfte nutzen wollen, müssen geimpft oder genesen sein. Das müssen sie an einer der acht Kontrollstellen nachweisen, um ein orangefarbenes Bändchen zu bekommen. Das gilt für die ganze Weihnachtsmarktzeit bis zum 22. Dezember.

Jeder einzelne soll beim Kauf kontrolliert werden

Kontrolliert werden die Bändchen etwa von den Verkäuferinnen und Verkäufern an den Gastronomie-Ständen. Eine einzelne Person kann dabei zum Beispiel nicht für eine Gruppe Glühwein holen. Jeder Gast muss das selbst machen und dabei sein Bändchen vorzeigen. Zudem wird das Ordnungsamt auf dem Markt unterwegs sein und kontrollieren. Allerdings: Wer nur schlendern und Weihnachtsdekoration kaufen will, braucht kein Bändchen. Gerade diese Durchmischung besorgte einige Besucherinnen und Besucher am Eröffnungstag.

Markt-Ampel im Netz gibt Hinweis auf Besuchermenge

Dass rund um den Dom nun doch die 2G-Regel gilt, hatte die Stadt erst am vergangenen Donnerstag beschlossen. Zuvor sollten auch Menschen mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test die Möglichkeit haben, Fahrgeschäfte zu nutzen und vor allem die gastronomischen Angebote zu nutzen. Doch bei den steigenden Fallzahlen entschied sich die Stadt zur Verschärfung der Regeln. Auf ihrer Internetseite ist eine Weihnachtsmarkt-Ampel geschaltet, die anzeigt, wie voll es aktuell auf dem Markt ist. Bei rotem Licht wird von einem Besuch abgeraten.

Verband: "Dann müssen wieder Hilfsmittel fließen"

Harald Müller, Vizevorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen der Markt- und Schaustellerbetriebe, machte zu Beginn des Weihnachtsmarktes noch einmal deutlich: "Weihnachtsmärkte finden unter freiem Himmel statt, es sind keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen." Die Einführung von 2G-Regeln für die Weihnachtsmärkte sei eine Benachteiligung, denn in den Innenstädten dürften Speisen und Getränke frei verkauft und verzehrt werden. "Die Lage ist ernst, es ist wirklich nicht erfreulich, wie sich das alles entwickelt", sagte Müller weiter. Aber dennoch sei sein Verband gegen 2G oder gar 2G plus. "Wenn das wirklich so kommt, wie sich das die Politik so vorstellt, dann müssen wieder Hilfsmittel fließen, sonst gehen in der Branche die Lichter aus."

Schausteller: Zwei Jahre kein Geschäft gehabt

"Wir sind froh, dass es wieder losgeht", sagte der Schausteller Bernd Tovar auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt. Seit Jahrzehnten stehe er mit seinem Familienbetrieb auf dem Weihnachtsmarkt und betreibe ein Kinderkarussell. "In den vergangenen zwei Jahren haben wir kein Geschäft gehabt", sagte er. Das Weihnachtsgeschäft sei immens wichtig. "Das Geschäft geht im Frühjahr erst im März wieder los - da müssen wir uns vorher das Geld erwirtschaften, um den Verdienstausfall auszugleichen." Er sei zuversichtlich, dass der Weihnachtsmarkt nicht dazu beitrage, dass die Inzidenzen steigen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 15.11.2021 | 19:30 Uhr

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